Greenpeace: Klimaschutz geht anders!

In Hamburg und Berlin protestierte Greenpeace heute gegen die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall, in beiden Städten Kohlekraftwerke zu bauen. Die Aktion läuft unter dem Motto „Keine neuen Kohlekraftwerke – Klimaschutz geht anders“.

Vor dem Vattenfall-Kundenzentrum in der Spitaler Straße haben Greenpeace-Aktivisten mehrere Meter hoch schwarze Kunststoffsäcke mit der Aufschrift „CO2“ aufeinander getürmt. Sie machen damit auf den immensen Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid durch das geplante Kraftwerk Moorburg aufmerksam: Das Volumen der Säcke entspricht der Menge CO2, die das Kraftwerk jede Sekunde ausstoßen wird. Der gefährlichste Müll ist der, den wir nicht sehen… Passanten werden aufgerufen, per Fax ihren persönlichen Klimaschutzappell an den Chef von Vattenfall Europe zu schicken.

In bundesweit 31 Städten demonstriert Greenpeace heute gegen Kohlekraftwerke. „Der aktuelle Bericht des Weltklimarates zeigt es ganz deutlich – der Klimawandel ist real“, sagt
Rainer Zimmermann, Energie-Ansprechpartner der Greenpeace-Gruppe Hamburg. „Jetzt ein Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg zu bauen, ist für den Klimaschutz das völlig falsche Signal. Wer heute weiter auf Kohle setzt, zementiert über Jahrzehnte eine klimaschädliche und nicht zukunftsfähige Energieversorgung.“ Ein neues Kraftwerk läuft 40 bis 50 Jahre lang.
Allein das Kraftwerk Moorburg wird pro Jahr 8,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen.

In Deutschland sollen sogar 25 neue Kohlekraftwerke gebaut werden, die nach Fertigstellung
das Klima insgesamt mit jährlich 140 Millionen Tonnen Kohlendioxid belasten werden. Deutschland ist damit in Europa führend beim Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Viele dieser Kraftwerke sind überdimensioniert und weisen einen schlechten Wirkungsgrad auf.
„Wir brauchen jetzt vor allem einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien“, fordert Zimmermann.

Ergänzt werden muss diese Maßnahme durch eine Verbesserung der Effizienz bei der
Stromerzeugung und Einsparungen beim Stromverbrauch. Dazu kommt der weitere Ausbau der
Kraft-Wärme-Kopplung. Bei dieser hoch effizienten Technik wird nicht nur der erzeugte Strom genutzt, sondern auch die dabei produzierte Wärme.

Diese Woche veröffentlichte Greenpeace eine Studie, die zeigt, dass die Bundesregierung ihre nationalen Klimaschutzziele deutlich verfehlen wird. Danach bliebe Deutschland hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Greenpeace sieht jetzt vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Sie darf Klimaschutz nicht immer nur lautstark ankündigen, sie muss auch endlich konsequent handeln.

Wissenschaftliche Erkenntnisse des UN-Weltklimarates IPCC zeigen, dass die Industriestaaten
weitaus schneller und in höherem Maße verringern müssen, als bisher geplant. Nur dann kann
eine Klimaerwärmung mit katastrophalen Folgen verhindert und die Temperaturerhöhung auf einem Niveau deutlich unter 2 Grad Celsius stabilisiert werden.

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