ver.di-Landeschef Wolfgang Rose hat die Forderung von Bürgermeister Olaf Scholz nach Lohnerhöhungen begrüßt: „Das ist Rückenwind für die Arbeitnehmer.“ Scholz hatte sich auf einer Betriebsrätekonferenz in Norderstedt geäußert.
Scholz hatte in seiner Norderstedter Rede u.a. gesagt, die Arbeitnehmer hätten fast ein ganzes Jahrzehnt Lohnzurückhaltung geübt, damit die Wirtschaft Deutschlands Fahrt aufnimmt: „Und jetzt, wo sie Fahrt aufnimmt, wird ihnen gesagt: Es ist immer noch nicht der richtige Zeitpunkt für bessere Löhne. Ich sage: Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen, und das hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun.“
Dazu Wolfgang Rose: „Bürgermeister Scholz hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Für die Arbeitgeber gibt es nie den richtigen Zeitpunkt, um Löhne zu erhöhen. Aber die realen Wirtschaftsdaten schreien danach. Die Arbeitnehmer brauchen Kaufkraft, auch gegen die steigenden Preise. Die Unternehmen brauchen Nachfrage, damit die Binnenkonjunktur stark bleibt. Und die Kommunen brauchen den Aufschwung der Löhne und Steuereinnahmen, um zu investieren. Und Olaf Scholz weist zurecht darauf hin, dass sich in den Löhnen auch die Wertschätzung der geleisteten Arbeit ausdrückt. Tatsächlich lesen wir gerade heute wieder in aktuellen Studien, dass schon jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland mit Armutslöhnen auskommen muss.
Ich empfinde die klare Orientierung auf Lohnverbesserungen, die der Bürgermeister ausgibt, auch als Selbstverpflichtung für das Handeln des Senats – auch mit Blick auf die Mindestlohndebatte, die Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen und die laufenden Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst. Das ist Rückenwind für die Arbeitnehmer.“