In der vergangenen Woche verabschiedete die Hamburgische Bürgerschaft den Antrag zum Beschäftigungsrecht für Asylsuchende und Geduldete. „Das ist ein starkes Signal für Hamburg und den Bund“, sagt die DGB-Vorsitzende Katja Karger.
„Die Ideen und Programme sind ambitioniert, aber genau der richtige Weg.“ Auf der
Bundesebene müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit Hamburg den Kurs zur Integration
fortsetzen könne. „Der Senat setzt vieles von dem um, was die Gewerkschaften fordern: Ausbau des sozialen
Wohnungsbaus; Integration und Qualifikation _aller_ fördern; gute Arbeit und gleiche Arbeitsbedingungen für In
– und Ausländer.“
Die Einbindung der Gewerkschaften in das Projekt WIR und seine Programme sei ein wichtiger Schritt zur
Verhinderung von Ausbeutung und Lohndumping von Geflüchteten. „Wir haben bereits jetzt erste Hinweise auf
miserable Arbeitsangebote – dem müssen wir entgegen treten“, sagt Karger. WIR ermögliche eine
Systematisierung des Arbeitsmarktzugangs. Die Idee, Arbeit und Ausbildung weiter in die Quartiere zu tragen
und dort mit Stadtteilarbeit zu verknüpfen, sei ein interessanter Ansatz, „den wir gern unterstützen möchten“.
Viel zu tun bliebe weiterhin hinsichtlich der deutschen Sprache. „Deutschkenntnisse sind immer noch das
Nadelöhr zur Integration durch Arbeit.“ Aufpassen werden die Gewerkschaften auf die angedachten
Veränderungen bei der Prüfung der Beschäftigungsbedingungen: „hier dürfen auf keinen Fall Möglichkeiten des
Missbrauchs eröffnet werden“, sagt Karger, „Fehlverhalten muss Konsequenzen für die Arbeitgeber haben“. Es
müsse zudem über individuelle Arbeitsrechte informiert und Beratungsangebote rund um den Arbeitsmarkt
entwickelt werden. „Gute Arbeit gilt für alle, unabhängig von ihrem Herkunftsland; sie müssen nur davon
wissen.“
Als Organisation der Arbeit und der Solidarität engagieren sich die Gewerkschaften vielfältig für die Integration in
die Gesellschaft durch Arbeit – und zwar für alle Bevölkerungsteile. Für die Geflüchteten organisieren wir
Betriebslotsen, Mentoringprogramme, spezielle Schulungen für Betriebs- und Personalräte sowie
Informationsveranstaltungen zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland.