ver.di-Landeschef Wolfgang Rose hat das Nein zur Finanzierung einer Transfergesellschaft für die Schlecker-Frauen als „schlimmes Signal von Bundes- und Landespolitikern an Menschen in schwierigen Beschäftigungsverhältnissen“ bezeichnet – besonders Wirtschaftsminister Rösler steht im Fokus der Kritik.
„Die kalte und schnodderige Art, in der der Wirtschaftsminister den 11.000 Schlecker-Frauen rät, sich nun selber im Arbeitsamt um eine ‚Anschlussverwendung‘ zu bemühen, lässt auch menschlichen Anstand vermissen. Die FDP sollte über eine Anschlussverwendung für Rösler nachdenken – so einen Wirtschaftsminister braucht keiner“, sagte Rose.
Es sei ein Skandal, dass neoliberale Ideologen die Landesregierungen von Niedersachsen, Bayern und Sachsen für ihre Zwecke instrumentalisieren könnten. Rose: „Auffanglösungen wird es künftig immer wieder in Krisenbranchen geben müssen. Eine Transfergesellschaft hätte den ohnehin schlecht bezahlten Frauen eine befristete soziale Sicherheit und die Chance zur Qualifizierung für eine neue Aufgabe gegeben. Jetzt werden sich viele in der nächsten Woche eine Nummer im Jobcenter ziehen müssen.“
Rose kündigte an, mit Sozialsenator Scheele über Hamburger Hilfen zu sprechen. Seine Gewerkschaft werde die Schlecker-Frauen nicht allein lassen, sondern sie beim Übergang in eine neue Beschäftigung unterstützen.