“Tarifvertrag – jetzt!” Ab nächster Woche will das Personal in 13 Einrichtungen von „Pflegen + Wohnen“ dafür noch massiver kämpfen – der Streik wird auf zwei Tage in der Woche ausgeweitet.
Nach einem Monat Streik bei der privatisierten PFLEGEN & WOHNEN Hamburg GmbH wird die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ab der kommenden Woche die Streiks von einem zentralen Streiktag pro Woche auf zwei zentrale Streiktage pro Woche ausweiten.
“Hinter den Kolleginnen und Kollegen liegen 17 Streiktage, davon haben wir viermal zu zentralen Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen, und dies alles scheint bei der Geschäftsführung von PFLEGEN & WOHNEN Hamburg nicht angekommen zu sein. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Streikaufrufe an alle 13 Einrichtungen gleichzeitig auf zwei Mal pro Woche ausweiten werden”, kündigt die zuständige Fachbereichsleiterin Hilke Stein an.
“Die Streikbereitschaft in den Betrieben ist nach einem Monat ungebrochen”, so Stein weiter. “Selbst in der Bevölkerung wächst die Solidarität mit den Streikenden und ihren Forderungen nach einem tarifvertraglich geregelten Lohn. Umso unverständlicher ist es für die Kolleginnen und Kollegen, dass ihr Arbeitgeber sich gegen einen Tarifvertrag und damit gegen die Tarifpartnerschaft ausspricht. Da ist die Bundesministerin für Arbeit und Soziales schon einen Schritt weiter.”
Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat sich anlässlich des 40. Jahrestages des Betreibsverfassungsgesetzes wie folgt ausgesprochen: „Die Partnerschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Betrieben macht Deutschland stark. Das hat sich gerade in der Krise wieder eindrucksvoll gezeigt. Zusammenstehen, Kooperation statt Konfrontation: Das zahlt sich bei allen Interessensunterschieden im Einzelfall am Ende für alle aus. Zusammen mit der Tarifpartnerschaft ist die Mitbestimmung eine unentbehrliche Bedingung für den Erfolg der deutschen Wirtschaft in der Welt.“
PFLEGEN & WOHNEN ist mit ca. 1.600 Beschäftigten der größte private Pflegeheimbetreiber in Hamburg. “Altenpflege ist eine in die Zukunft gerichtete und gesellschaftlich wichtige Branche und das Unternehmen tritt modern auf. Trotzdem will es im Umgang mit den Beschäftigten das Rad der Geschichte zurückdrehen und ist der Meinung, dass Tarifverträge mit ver.di nicht notwendig sind”, sagt Stein. “Die Zeit des Wartens auf ein Gesprächsangebot werden wir mit Streiks und Aktionen zubringen. Der ungebrochene Wille der Beschäftigten ist ein deutliches Signal an den Arbeitgeber.”