Am Donnerstag und Freitag gehen gleich zwei Betriebe aus der Gesundheits- und Pflegebranche in den Streik: Bei PFLEGEN & WOHNEN ist es dann der 39. Tag hintereinander, an dem die Beschäftigten ihr elementares Recht auf einen Tarifvertrag, der ihre Arbeitsbedingungen absichert, gegenüber den Anteilseignern einfordern. Und auch die ENDO-Klinik und der Damp-Konzern müssen sich auf kämpferische Krankenschwestern einstellen.
Bei der ENDO-Klinik und der Servicegesellschaft Damp (ZSG) geht es in einer zweiten Streikwelle mit ganztägigen Warnstreiks von 6 Uhr 30 bis 21 Uhr 36 um Tarifverbesserungen für die Beschäftigten im Zuge der Tarifauseinandersetzung bei der Damp-Holding.
„Ca. eine halbe Milliarde Euro für den Eigentümer! Millionen für den Vor-stand als Abschiedsgeschenk! Und für Uns: Absolutely Nothing!“, heißt es im Streikaufruf. „Klar, dass die KollegInnen da sauer sind und für ihre Forderungen vor die Türe gehen“, erläutert Michael Stock, der zuständige ver.di-Sekretär in Hamburg. Im Einzelnen geht es um eine Tarifforderung von 7,5 Prozent mehr Gehalt, Weihnachtsgeld und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
Bei PFLEGEN & WOHNEN weigern sich unverändert die Anteilseigner, die Berliner Vitanas GmbH & Co. KGaA und die Hamburger Unternehmensgruppe Andreas Franke, auf das demokratische Urrecht der Be-schäftigten einzugehen, ihre Arbeitsbedingungen durch einen Tarifvertrag abzusichern. „Das ist, als ob vor der Tür der Pflegeeinrichtungen ein Schild angebracht wäre: Hier endet der demokratische Sektor der Bundesrepublik Deutschland – zumindest für die Beschäftigten!“, kom-mentiert Björn Krings von ver.di die zugespitzte Situation.
„Und wenn Tarifkonflikte in zwei benachbarten Branchen zeitlich zu-sammenfallen, ist es nur logisch“, so die beiden Gewerkschaftssekretäre, „dass wir uns unter dem ver.di-Dach solidarisch unterstützen und gemeinsame Aktionen durchführen. So nehmen die Anteilsleigner von PFLEGEN & WOHNEN vielleicht endlich zur Kenntnis, wie selbstverständlich anderswo das Tarifrecht angewandt wird, selbst wenn sich Arbeitgeber und ver.di über die Tarifbedingungen uneinig sind!“