Nach den schweren Zwischenfällen – Kurzschluss in Brunsbüttel, Brand in Krümmel – in den beiden AKWs Krümmel und Brunsbüttel fordert die GAL, beide Reaktoren so schnell wie möglich endgültig abzuschalten.
Christian Maaß, umweltpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion: „Die Vorfälle in Krümmel und Brunsbüttel zeigen, dass diese Pannenreaktoren vom Netz müssen. Wer wie Bürgermeister von Beust eine Verlängerung der Laufzeiten fordert, spielt mit der Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger russisches Roulett.“
Maaß verweist in diesem Zusammenhang auf die Häufung von Pannen in den beiden Atomreaktoren in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hamburg. Im AKW Brunsbüttel war es 2001 zu einer schweren Wasserstoffexplosion gekommen, die der Betreiber zunächst verharmlost hatte. Das AKW ist weitgehend baugleich mit dem ebenfalls von Vattenfall betriebenen AKW im schwedischen Forsmark, das im Juli 2006 nach einem schweren Zwischenfall mit teilweisem Ausfall der Notstromversorgung abgeschaltet werden musste. Trotz dieser Vorfälle hatte Ole von Beust noch im März für eine Laufzeitverlängerung um fünf Jahre plädiert.
Das AKW Krümmel stand im Jahr 2006 mit 15 meldepflichtigen Ereignissen an der Spitze der Pannenstatistik der deutschen Atomkraftwerke, Brunsbüttel belegte Platz 3. Die Statistik des Bundes-Umweltministeriums zeigt eine signifikante Häufung von Pannen bei sehr alten Reaktoren. Das AKW Brunsbüttel ging 1977 ans Netz, das AKW Krümmel 1983. An beiden Kraftwerken ist Vattenfall als Betreiber mit 67 bzw. 50 Prozent beteiligt.