„Endlich beginnt die HPA mit kleinen und finanzierbaren Maßnahmen die Verkehrsprobleme des Hafens zu lösen“, freut sich Mathias Bölckow, Abgeordneter der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Hamburg Port Authority (HPA) hat angekündigt, die Kreuzung zwischen Köhlbrandbrücke, Altenwerder Damm und Zollamt Waltershof mit einer kleinen Umbaumaßnahme leistungsfähiger zu machen.
Die Anregung für den Umbau kommt vom Verein Zukunft Elbinsel. Der Verein kämpft seit der Wilhelmsburger Zukunftskonferenz 2001 unter anderem gegen eine Autobahn über das potentielle Naherholungsgebiet Spreehafen. Der Verein mutmaßte bereits eine bewusste Inszenierung des Staus, um die so genannte Hafenquerspange für den LKW-Verkehr in den Hafen durchzusetzen. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte forderte mit den Stimmen aller Fraktionen am 19. Juni 2007 einen kurzfristigen Umbau der Kreuzung, die zusammen mit den Zollämtern als eigentlicher Flaschenhals an der Köhlbrandbrücke gilt.
Am Sonnabend hatte Dr. Hans Peter Dücker, Geschäftsführer der HPA, auf dem IBA-Labor „Hafen – Logistik – Stadt“ der Internationalen Bauausstellung, den Dialog mit Stadtplanern und Bewohnern der Elbinseln versprochen. Dort hatte Hans-Jürgen Maass für den Verein Zukunft Elbinsel die Kreuzung als Beispiel für die Blockadehaltung der HPA gegenüber einer ganzheitlichen Planung genannt.
„Ich bin überrascht“, so Mathias Bölckow weiter, „wie schnell Herr Dr. Dücker hier Wort gehalten hat. Hoffentlich hält diese Bereitschaft für Lösungen an. Für die ebenfalls drängenden Probleme: Eisenbahnverkehr im Hafen, Schadstoffausstoß der großen Schiffe und den Fahrradverkehr durch den Hafen.“
Mathias Bölckow vertritt den Hamburger Landesverband in der Grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Verkehr und wohnt im Reiherstiegviertel.
Hallo
Was ist darunter zu verstehen: „und den Fahrradverkehr durch den Hafen“
Wo bekommt man darüber weitere info ?
Gruss
Die einzige feste Elbquerung für den Radverkehr ohne durch den Hafen zu fahren, geht über die Neuen Elbbrücken und ist zwischen Ballinstadt und Amsinckstraße schwer zu finden und teilweise ziemlich gefährlich.
Der Hamburger Hafen liegt mitten in der Stadt. Von Wilhelmsburg aus muss man ständig durch den Hafen. Besonders zu nennen ist die Strecke Alter Elbtunnel – Reiherstiegviertel (- Harburg) als westlichste feste Querung der Norderelbe nach Wilhelmsburg. Wegen der kaputten Kattwykbrücke ist derzeit die westlichste Süderelbquerung zwischen Moorburg und Wilhelmsburg nicht nutzbar. Die HafenCity fährt man vom Süden über die Haupthafenroute und die Freihafenelbbrücke an. Dort wurde in den 90ern die Hochwasserschutzwand neu gemacht und trotz meiner Einwendung wurden die Bauvorschriften für Radwege nicht eingehalten.
HPA scheint sich generell nicht an die Verwaltungsvorschriften zur StVO gebunden zu fühlen und mangels parlamentarischer Kontrolle kommt die HPA damit weitgehend durch. Besonders krass ist eben die Strecke zum Alten Elbtunnel, die wirklich stark vom Radverkehr genutzt wird. Dort soll nach Wunsch der Verkehrsplaner das Fahrrad eine 8m hohe Treppe entweder hoch oder runter getragen werden. Das ist nach der StVO natürlich Quatsch. Die BSU hat dort bereits alternative Planungen, ich kann aber nicht erkennen, dass diese umgesetzt werden. Auch die Polizei mit der unteren Straßenverkehrsbehörde fühlt sich überfordert bzw. nur für den flüssigen LKW-Verkehr zuständig.
In der Konsequenz kann man wochentags nur erfahrenen erwachsenen Radfahrern von und nach Wilhelmsburg zu fahren. Noch gar nicht berücksichtigt ist dabei, dass im Hafen kein gutes ÖPNV-Angebot besteht und wer dort ohne Auto zur Arbeit möchte oder muss ein Fahrrad bräuchte.
Gruß, Mathias Bölckow