Wunder gibt es immer wieder: In der gestrigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschuss ist auf Antrag der GAL-Fraktion einstimmig beschlossen worden, „bei der Planung neuer Kreisverkehre, bei denen separate Radverkehrsanlagen vorgesehen sind, ein Sicherheitsaudit durchzuführen, und im Rahmen der Planung dieser Kreisverkehre besonders die Möglichkeit der Anlage von Fahrradstreifen als Radverkehrsanlagen zu prüfen.“
Senator Gedaschko hat diesem Begehren umgehend zugestimmt und die Durchführung von Sicherheitsaudits zugesagt. „Dadurch ist bei der Anlage neuer Kreisverkehre ein erheblicher Sicherheitsgewinn für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer erreicht worden. Ich freue mich sehr, dass der Senat von seiner bisherigen Haltung, Sicherheitsaudits grundsätzlich zu verweigern, nun abgerückt ist. Die Verkehrspolitik in Hamburg wird nur mit der GAL auch für diejenigen sicherer, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, “ erklärt Jörg Lühmann, verkehrspolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion.
Zum Hintergrund: Kreisverkehre erhöhen den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit. Sie sind daher grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit für den nicht motorisieren Verkehr auf Minikreisel und kleine Kreisel ohne Radwege begrenzt. Sobald mehr als eine Fahrspur im Kreisel vorgesehen ist und Radwege angeordnet werden, steigt dagegen das Risiko besonders für den Fahrradverkehr überproportional an. Deswegen muss bei diesen größeren Kreisverkehren, die der Senat in der ersten Priorität überwiegend realisieren will, unbedingt in jedem Einzelfall ein Sicherheitsaudit durchgeführt werden, damit im Detail Lösungen erreicht werden, mit denen für alle Verkehrsteilnehmer mehr Sicherheit erreicht wird.