Frauen sollen führen

Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) will mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Aufsichtsräte sollen künftig zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzt sein. Hamburg hat heute einen entsprechenden Gesetzesantrag in den Bundesrat eingebracht.

„Der Anteil weiblicher Führungskräfte in Spitzenpositionen der Wirtschaft ist viel immer noch viel zu gering. Freiwillige Lösungen, wie die von Familienministerin Schröder vorgeschlagene Flexiquote, werden uns nicht weiterbringen. Dies lehren uns die Erfahrungen der vergangenen Jahre“ begründete Justizsenatorin Jana Schiedek die Einführung einer verbindlichen Quote.

Der Hamburger Gesetzentwurf sieht für sämtliche börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen eine Geschlechterquote vor. Sie soll in zwei Stufen eingeführt werden. Auf der ersten Stufe, die zum 1.1.2018 in Kraft tritt, beläuft sich die Quote auf 20%. In der zweiten Stufe wird eine gesetzliche Mindestquote von 40% gelten.

Derzeit liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Deutschland bei etwas über einem Zehntel. Eine im Jahr 2001 zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossene Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen erhöhte den Anteil nicht merklich. Gesetzliche Geschlechterquoten gelten zum Beispiel bereits in Norwegen, Spanien, Frankreich, Belgien und Italien.

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