Fauler Kompromiss zu Lasten des Klimas

Die gestern Abend verkündete Einigung zwischen dem CDU-Senat und Vattenfall über die Genehmigung von vorgezogenen Baumaßnahmen für das geplante Kohlekraftwerk Moorburg kommentiert die Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion Christa Goetsch: „Mit diesem faulen Kompromiss ist in Hamburg effektiver Klimaschutz erledigt. Von Beust ist als Klimaschützer vollkommen unglaubwürdig, das überdimensioniete Kraftwerk bleibt ein Klimakiller.“

Das geplante Kraftwerk Moorburg bleibt mit seinen 1600 Megawatt elektrischer Leistung in zwei Kraftwerksblöcken völlig überdimensioniert. Es wird jährlich mehr als acht Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Diese gigantische Menge an zusätzlichen Klimagasen wird alle weiteren Klimaschutzaktivitäten in Hamburg zunichte machen. Daran ändert auch die zusätzliche Auskoppelung von 200 Megawatt Wärme nichts. Es ist zudem mehr als fraglich, ob für diese zusätzliche Wärmemenge genügend Abnehmer in Harburg, Veddel und Wilhelmsburg zu finden sind.

„Die angekündigte Nachrüstung des Kraftwerks mit einer CO2-Abscheidetechnologie ist nur eine Beruhigungspille. Das wird niemals Realität werden“, sagt Goetsch. Der Bürgermeister hatte gestern betont, dass eine angemessene Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks Grundvoraussetzung für eine Nachrüstung sein muss. Die Abscheidetechnik ist zurzeit aber weder technisch ausgereift noch kann sie sich betriebswirtschaftlich rechnen, da sie enorme Kosten verursachen wird. Wo das CO2 am Ende gelagert werden soll. weiß heute niemand.

Goetsch weist darauf hin, dass die ebenfalls gestern verkündeten zusätzlichen Maßnahmen, um die Erwärmung der Elbe zu vermindern, kein Zugeständnis an den Klimaschutz sind. Damit werden lediglich die gesetzlichen Auflagen erfüllt, ohne sie wäre das Kraftwerk nicht genehmigungsfähig. Das hilft zwar der Elbe, aber nicht dem Klima, denn es wird kein einziges Gramm CO2 eingespart. „Der Senat verkauft die CO2-Schleuder Moorburg als Klimaschutz, er verkauft Kühltürme als Klimaschutz, bald bietet er uns einen Geländewagen als Klimamobil an“, so Goetsch.

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