Erinnerung an die Kriegsverbrecher

Macht das noch Sinn? Mehr als 62 Jahre nach Kriegsende sollen am Sonnabend bei einem bundesweiten Aktionstag gegen NS-Kriegsverbrecher noch lebende Täter „in ihren Dörfern, Städten und Altersheimen“ besucht werden.

Nach dem Krieg hat die bundesdeutsche Gesellschaft jahrzehntelang so getan, als hätte es die Verbrechen nicht gegeben oder als seien zumindest die Täter vom Erdboden verschluckt. Später gab es dann einige spektakuläre Prozesse gegen wenige Mörder und Massenmörder. Aber über die große Zahl furchtbarer Juristen, hetzender Lehrer oder folternder und prügelnder Polizisten wurde geschwiegen. Dieses massenhafte Verdrängen und Verschweigen war eine der wichtigsten Voraussetzungen für die verklemmt-verkrustete bundesdeutsche Gesellschaft bis Ende der 60er Jahre.

Aber heute? Soll man den wenigen noch lebenden Verbrechern die Rente streichen? Wird man auch nur einen kahlgeschorenen Nachwuchsnazi bekehren, wenn man z.B. in Hamburg vor dem Altenheim demonstriert, in dem der als Massenmörder verurteilte ehemalige SS-Offizier Gerhard Sommer lebt?

Entscheiden Sie selbst. Orte und Treffpunkte für die Aktionen am Sonnabend gibt es hier.

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