Sie riechen nach Gummibärchen und verleihen angeblich Flügel – die Rede ist von Energydrinks. Die Getränke sind bei Jugendlichen außerordentlich beliebt, laut Statistik erobern Energydrinks den Getränkemarkt im Sturm. Doch was ist dran an den Versprechungen der Hersteller, und was ist wirklich drin in den beliebten Drinks?
Wegen Gefahren sind Energydrinks mit Vorsicht zu genießen. Diesen Standpunkt vertritt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Wasser, Zucker, vor allem Koffein und Taurin stecken in den Mode-Dosen. Im Vergleich zu Cola enthalten Energydrinks etwa dreimal so viel Koffein. Bei den so genannten „Energy Shots“ ist das Koffein sogar noch wesentlich höher dosiert – eine Belastung für den Kreislauf. Und beim gemeinsamen Konsum mit Alkohol könne deutlich schlechter abschätzen, wie betrunken man sei, sagen Exprten.
Mit einem Konsumzuwachs von 55 Prozent in zehn Jahren sind Energydrinks dennoch ein Renner auf dem Getränkemarkt. Für Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, ist dies eine bedenkliche Entwicklung. „Energydrinks haben keine Vorteile, aber deutliche Risiken“, sagt er in der „Apotheken Umschau“. Die Hersteller sprechen den Inhaltstoffen Wirkungen zu, wie die Steigerung der Muskelleistung und der Konzentrationsfähigkeit sowie eine erhöhte Fettverbrennung. Durch stichhaltige Untersuchungen ist dies aber nicht belegt. Wohl aber führen Wissenschaftler Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen auf Energydrinks zurück. Auch Todesfälle bei Kombination mit Alkohol und ausgiebigem Sport werden vermutet.
Koletzko fordert, Kindern und Jugendlichen von Energydrinks abzuraten.