Elternkammer: Nase voll von von Beust

Die Elternkammer Hamburg hat in einem Offenen Brief an Bürgermeister Ole von Beust seine öffentliche Herabsetzung der Hamburger Gesamtschulen kritisiert. Von Beust hatte am 29. Januar in einer Rede vor dem Anglo-German Club geäussert er habe „von Gesamtschulen jedenfalls die Nase voll“ (Hamburger Abendblatt 31.1.08). Die Eltern halten es ebenso mit dem Bürgermeister.

„Derart pauschal geäußerte Kritik, gerade unmittelbar vor der Anmelderunde für weiterführende Schulen, verschärft die ohnehin vorhandene Verunsicherung der Elternschaft noch,“ gibt Kammer-Vorsitzender Hans-Peter Vogeler zu bedenken.

Bekanntlich sind Gesamtschulen eine anerkannte und bei vielen Hamburgern sehr beliebte Schulform, wurden diese doch zuletzt von 30,9 Prozent aller Schüler/-innen in Hamburg angewählt, eine Steigerung von immerhin 2,7% im Vergleich zum Vorjahr 2006. Seit Jahren – in der letzten Zeit zunehmend – sind viele dieser Schulen mit Preisen ausgezeichnet worden, an herausragender Stelle 2006 die Max-Brauer-Schule mit dem Deutschen Schulpreis.

„Schließlich plant auch der von v. Beust geführte Senat aus guten Gründen nicht die Abschaffung der Gesamtschulen,“ so Vogeler. Sie bekommen als „Stadtteilschulen“ lediglich einen neuen Namen, strukturell wird sich sich nichts Wesentliches ändern.

Gleichzeitig will selbst Bildungs-Senatorin Alexandra Dinges-Dierig viele an Gesamtschulen konzipierte und erprobte Methoden des binnendifferenzierten und individualisierten Unterrichts sowie die Profiloberstufe auch an Gymnasien einführen.

Die Kammer fordert den Bürgermeister daher auf seine Aussage richtig zu stellen und die Leistung der Gesamtschulen anzuerkennen.

Die Elternkammer vertritt die Interessen der Eltern von rd. 180.000 Schülerinnen und Schülern an allen staatlichen Schulen Hamburgs und berät Bildungsbehörde und Senatorin in Fragen der schulischen Bildungspolitik.

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