Eine ganz spezielle Zone

Das BID Passagenviertel hat heute die neu gestalteten Flächen in den Großen Bleichen, der Poststraße und Bleichenbrücke offiziell eröffnet. BIDs sind ein Konzept aus den USA, um begrenzte Geschäftsgebiete (Business Improvement Districts) attraktiver zu machen.

Finanziert werden die Maßnahmen durch eine kommunale Abgabe, die alle im Gebiet ansässigen Grundeigentümer zahlen.

Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau: „Dank des großen Engagements der Eigentümer konnte mit dem Passagenviertel ein neues erfolgreiches BID-Projekt initiiert werden. Hamburg hat mit dem Erlass des BID-Gesetzes vor acht Jahren Neuland betreten – heute sind unsere BIDs Vorbilder für Projekte in anderen Bundesländern.“

Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, Andy Grote: „Das Passagenviertel ist nun bereits das vierte BID in Hamburg-Mitte, drei weitere – das Nikolai-Quartier, die Mönkebergstraße und St. Pauli – sind in Planung. Damit ist dieser Bezirk ein gutes Beispiel für den Erfolg des Modells.“

Syndikus der Handelskammer Hamburg, Bernd Reichardt: „Mit diesem BID wird die hohe Aufenthalts- und Servicequalität der Passagen auch auf den unmittelbar angrenzenden öffentlichen Raum ausgedehnt. Glückwunsch zu diesem all seasons Verweil- und Flanierviertel!“

Nach dem das im August 2011 eingerichtete BID vor knapp einem Jahr den 1. Spatenstich gefeiert hat, können Kunden und Besucher des Quartiers nun die neue Flaniermeile in der Hamburger Innenstadt erleben. Grundlage für die Umgestaltung war der in einem Gutachterverfahren ausgewählte Entwurf des Hamburger Landschaftsarchitekturbüros Breimann & Bruun: Alle Gehwegflächen wurden einheitlich in Granit / Naturstein gearbeitet. Der Straßenverkehrsraum wurde auf die notwendigen Flächen reduziert. Dadurch konnte Raum zum Verweilen geschaffen werden, der auch für Außengastronomie sehr gut geeignet ist. Als weitere Maßnahme wurde ein „Districtmanagement“ eingesetzt, dass die Belange der Grundeigentümer, Mieter und Kunden betreut; Servicemitarbeiter kümmern sich um Sauberkeit und Stellplatzmanagement.

Insgesamt hat das Viertel rund um die zahlreichen Passagen, die zugleich Namensgeber für das BID sind, durch großzügige Gehweg- und Platzflächen und hochwertige Materialien an Aufenthaltsqualität gewonnen. Das BID schließt somit die räumliche Lücke zwischen den beiden bereits fertiggestellten BIDs in der Hamburger Innenstadt – BID Neuer Wall und BID Hohe Bleichen.

Hintergrund:

BIDs sind ein Konzept aus den USA, um begrenzte Geschäftsgebiete (Business Improvement Districts) attraktiver zu machen. In Hamburg wird die Möglichkeit der Einrichtung der BIDs im Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gewerbezentren (GSED) geregelt. Fünf weitere Bundesländer sind dem Hamburger Beispiel gefolgt und haben vergleichbare Gesetze erlassen (Hessen, Bremen, Schleswig-Holstein, Saarland und Nordrhein-Westfalen).

Die Initiative für ein BID geht meist von den betroffenen Geschäftsleuten bzw. Grundeigentümern aus, die in Eigenorganisation für maximal fünf Jahre Maßnahmen zur Quartiersaufwertung durchführen. Finanziert werden die Maßnahmen durch eine kommunale Abgabe, die alle im Gebiet ansässigen Grundeigentümer zahlen.

Das BID Passagenviertel ist das nunmehr zwölfte offiziell in Hamburg eingerichtete Projekt und neben dem BID Neuer Wall, dem BID Hohe Bleichen und dem BID Opernboulevard das vierte Projekt in der Innenstadt. Die Investitionssumme der zwölf eingerichteten BIDs beträgt über 25 Mio. Euro. Werden die in konkreter Vorbereitung befindlichen BIDs (Nikolai-Quartier, Mönckebergstraße, St. Pauli, Osterstraße, Sand und Waitzstraße) wie bisher geplant eingerichtet, so erhöht sich die Investitionssumme auf rd. 44 Mio. Euro, die ausschließlich von Grundeigentümern zur Aufwertung ihrer Straße bzw. ihres Zentrums aufgebracht worden sind bzw. aufgebracht werden sollen. Etwa die Hälfte davon wird in Infrastrukturmaßnahmen (Baumaßnahmen im öffentlichen Raum, Beleuchtung, Anpflanzungen und Mobiliar im öffentlichen Raum) investiert.

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