Dora Heyenn will Linken-Chefin werden

Bald ist das Dutzend voll: Heute hat auch Hamburgs Linken-Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn ihre Kandidatur für den Vorsitz der Bundespartei erklärt.

Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft und Vorsitzende der Fraktionsvorsitzendenkonferenz, erklärt:

„Ich habe mich entschlossen, für den Vorsitz der Partei DIE LINKE zu kandidieren, um meine Kompetenz und Erfahrung aus jahrelanger parlamentarischer Arbeit in die Partei einzubringen. Ich möchte dazu beitragen, die Kräfte unserer Partei wieder zusammenzuführen für eine erfolgreiche Politik in Bund und Ländern. Ich habe als Gewerkschafterin und enttäuschte Sozialdemokratin an der Gründung der LINKEN mitgewirkt. Und wir haben seitdem wichtige Themen wie z.B. den gesetzlichen Mindestlohn, die Verstärkung der Armut durch Hartz IV, das Ende der Kriegseinsätze in Afghanistan und Steuergerechtigkeit in die öffentliche Diskussion gebracht und uns entschlossen für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung eingesetzt. Inzwischen ist die Aufbruchstimmung in der LINKEN leider verflogen und nach sehr erfolgreichen Jahren stehen wir jetzt vor schwierigen Herausforderungen. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass die Partei sie gemeinsam bewältigen kann. Die Grundlage ist mit dem Erfurter Programm gelegt, das nun in lebendige, anziehende, profilierte Politik umgesetzt werden muss, die Menschen begeistert, daran mitzuwirken.

Die Herausforderungen für den neuen Parteivorsitz liegen in der Parteientwicklung, der Strategiebildung insbesondere im Hinblick auf die nächsten Bundestagswahlen und darin, die Kampagnenfähigkeit der Partei zu verbessern. Für all diese Aufgaben ist das Wissen und Können, die Leidenschaft und das Engagement aller Parteimitglieder und der vielen Menschen, die ihre Hoffnungen auf DIE LINKE setzen, der größte Schatz, den die Parteiführung gemeinsam heben muss. Ich kandidiere ausdrücklich als Einzelbewerberin und ohne Bedingungen. Ich kann und will mit jeder und jedem arbeiten.
Es reicht nicht, in der LINKEN von Pluralität nur zu reden – wir müssen sie auch leben.“

Seltsam: Am Donnerstag tagt der Hamburger Landesvorstand der Linken, offenbar noch in Unkentnis der Heyenn-Pläne.

Im Rahmen dieser außerordentlichen Sitzung des Landesvorstandes wurde folgende Erklärung zur aktuellen Personaldebatte verabschiedet:

„Der Landesvorstand der Partei DIE LINKE Hamburg setzt sich dafür ein, dass die Delegierten des Bundesparteitages am 2. Juni 2012 in Göttingen bei ihrer Wahl des Bundesvorstands die Pluralität der Partei DIE LINKE berücksichtigen, um die Vielfalt in der Partei produktiv zu machen.

Auf dem Parteitag werden zwei Parteivorsitzende, ihrer StellvertreterInnen, der Bundesschatzmeisterin bzw. des Bundesschatzmeisters und der Bundesgeschäftsführerin bzw. des Bundesgeschäftsführers sowie der gesamte Bundesvorstand mit seinen 44 Mitgliedern gewählt.

DIE LINKE in Hamburg bekräftigt das Prinzip, dass Kandidaturen für alle Ämter bis zum Parteitag eingereicht werden können und die Delegierten des Bundesparteitages die KandidatInnen der Partei wählen. Das Prinzip der Geschlechterquotierung ist in der Parteisatzung fest verankert und entspricht dem emanzipatorischen Selbstverständnis der Partei DIE LINKE; jetzt unterstützen wir eine weibliche Doppelspitze.

Wir begrüßen die Kandidaturen aus Hamburg für den Geschäftsführenden Parteivorstand sowie für den Bundesvorstand. Am Dienstag, den 29.5.2012 werden sich alle KandidatInnen auf der Regionalkonferenz der Partei im Bürgerhaus Wilhelmsburg vorstellen.“

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