Dienstplan krankt an Protesten

Angesichts weiterer Proteste gegen den neuen Dienstplan der Feuerwehr hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion den Senat zum Einlenken aufgefordert. Anlass ist die deutliche Zunahme des Krankenstandes bei der Feuerwehr. Im zweiten Quartal 2007 ist der Krankenstand auf 10,1 Prozent gestiegen – gegenüber 6,5 Prozent im entsprechenden Vorjahresquartal. „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Der neue Dienstplan macht krank. Im zweiten Quartal 2007 war jeder zehnte Feuerwehrmann krank. Was muss noch passieren, damit der Senat endlich einlenkt?“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Dressel.

Ein Blick in andere Bundesländer zeige, dass eine vernünftige Lösung möglich sei, so Dressel. „Bremen hat es vorgemacht. Die Bremer Feuerwehr kehrt nach einer Einigung von Feuerwehrleitung, Personalrat und SPD-Innensenator Willi Lemke zum 24-Stunden-Dienst zurück. Der CDU-Senat muss endlich zur Vernunft kommen und auf seine ihm anvertrauten Mitarbeiter zugehen. So geht man nicht mit Menschen um, die täglich ihr Leben für uns alle riskieren. „Wer glaube, die Entwicklung bei der Feuerwehr gehe an der Sicherheitslage der
Stadt spurlos vorüber, irre, betonte Dressel. So sei seit dem Frühjahr an den Feuer- und Rettungswachen Alsterdorf, Sasel, Marienthal, Billstedt, Berliner Tor und Bergedorf nachts jeweils ein Rettungswagen weniger unterwegs – das heißt 42 statt bisher 49 Wagen. Hinzu komme die Ausdünnung bei den Löschzügen: An den Feuer- und Rettungswachen Altona, Osdorf, Stellingen, Wandsbek, Barmbek, Sasel, Bergedorf, Harburg, Wilhelmsburg, Finkenwerder und Süderelbe wurde – angeblich nur „temporär“ – die Löschzugstärke von 16 auf 15 bzw. auf 14 Funktionen reduziert. An der Feuer- und Rettungswache Berliner Tor wurde darüber hinaus ein Gerätewagen außer Dienst genommen. „Der Innensenator versucht den Bürgerinnen
und Bürgern seit Monaten zu verkaufen, dass dieser Behördenkurs bei der Feuerwehr ohne Sicherheitsverlust möglich sei – und streut ihnen damit Sand in die Augen. Gerade, wenn es um Leib und Leben von Menschen geht, darf an der Sicherheit nicht gespart werden. Die Einschnitte bei der Feuerwehr sind und bleiben brandgefährlich“, warnte Dressel.

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