Die neue Seuche am Arbeitsmarkt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) fordert die Arbeitgeber auf, den Anteil der Übernahmegarantien für junge Menschen in Ausbildung deutlich zu erhöhen. Die Befristung von Arbeitsverhältnissen verbaue die Zukunft gerade der Berufsanfänger.

Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund: „Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass die Zunahme der Arbeitslosen in Hamburg mit dem Ende vieler befristeter Arbeitsverhältnisse zum Jahreswechsel und Quartalsende zusammenhängt. Der DGB setzt sich dafür ein, dass Befristungen eingedämmt werden, um Arbeitnehmern eine sichere Zukunftsperspektive und Aufstiegschancen im Job zu garantieren. So lassen sich auch die Fachkräfte von morgen sichern. Speziell die sachgrundlosen Befristungen müssen abgeschafft werden. Sie sind aus unserer Sicht nichts anderes als die Umgehung von Kündigungsschutzregelungen.

Befristungen bedeuten für die Betroffenen Unsicherheit, führen zu immer wieder unterbrochenen Erwerbsbiografien, damit verbunden einer höheren Gefahr in Altersarmut zu rutschen und insgesamt geringeren Einkommen, weil Aufstiegschancen fehlen. Gerade junge Menschen beim Berufseinstieg und Frauen bekommen überproportional oft nur Arbeitsverhältnisse auf Zeit.

Aus unserer Sicht ist die höhere Zahl von Arbeitslosen in der Stadt aber auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die einbrechende Konjunktur auch in Hamburg ihre Wirkung entfaltet.“

In Hamburg waren im Januar rund 72.600 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,6 Prozent.

Der jüngsten Arbeitsmarktstatistik ist auch zu entnehmen, dass die Arbeitslosigkeit der 15- bis 25-Jährigen in Schleswig-Holstein um 14,9 Prozent zum Vormonat und um 3,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen ist. Der Bestand an Arbeitslosen insgesamt wuchs demgegenüber zum Vormonat um 10,7 Prozent und sank zum Vorjahr um 0,8 Prozent. Auch in Mecklenburg-Vorpommern stieg die Jugendarbeitslosigkeit um 13,8 Prozent zum Vormonat.

„Das zeigt, dass Schulabgänger und Berufseinsteiger vor großen Problemen stehen. Nur noch jeder vierte unter 30-Jährige hat überhaupt eine unbefristete Vollzeitstelle. Wer aber jungen Menschen schon zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn den Weg versperrt, ihnen prekäre Lebensverhältnisse und dauerhafte Existenzängste zumutet, verprellt genau die Fachkräfte, die in Zukunft so dringend gebraucht werden“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Die Befristung von Arbeitsverhältnissen ist eine Seuche am Arbeitsmarkt. Es müssen endlich wieder sichere und unbefristete Jobs her, dazu gehören auch Übernahmegarantien für die Zeit nach der Ausbildung. Auch der Norden braucht eine neue Ordnung der Arbeit.“

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.