Die Barriere vor dem Bewerbungsgespräch

Arbeitgeber sollten bei der Personalsuche auch die Talente der Einwanderer und ihrer Kinder nutzen: Bewerber mit einem ausländisch klingenden Namen müssen bei gleichen Qualifikationen gleiche Chancen auf einen Arbeitsplatz bekommen, fordert der DGB nach einer OECD-Studie.

Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Einkommen, Gleichstellung: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat erstmals den Stand der Integration in den 30 wichtigsten Industrieländern verglichen. Demnach hat Deutschland bei der Integration von Zuwanderern auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren aufgeholt. Im öffentlichen Dienst, vom Bildungs- und Gesundheitssektor bis zur Verwaltung, wird aber die Chance immer noch zu selten genutzt, in Deutschland geborene Einwanderer-Kinder anzustellen: Sie werden dort nur halb so häufig beschäftigt wie die Kinder von in Deutschland geborenen Eltern. Großbritannien, Frankreich und Norwegen haben hier bessere Ergebnisse vorzuweisen.

Die Barrieren für Einwanderer-Kinder müssen weg, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord): „Auch Einwanderer machen die deutsche Wirtschaft stark und zukunftsfähig. Gerade erst hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes darauf hingewiesen, dass die meisten Negativerfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sowie in Ämtern und Behörden gemacht werden. Eine effektive Antidiskriminierungsarbeit bleibt notwendig und ist auch ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel.

Unternehmen wie Verwaltungen müssen in ihrer Kompetenz im Umgang mit ethnischer Vielfalt geschult werden, auf dem Arbeitsmarkt wie im Bildungswesen müssen die Zugänge der Betroffenen verbessert werden. Arbeitgeber sollten daher bei der Personalsuche auch vermehrt anonymisierte Verfahren nutzen. Personen mit einem ausländisch klingenden Namen müssen bei gleichen Qualifikationen gleiche Chancen auf einen Arbeitsplatz bekommen. Die Landesregierungen des Nordens sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen.“

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