Die AKN soll eine S-Bahn werden

Die Grünen in Hamburg und Schleswig-Holstein setzen sich für eine leistungsfähigere Schienenanbindung zwischen Kaltenkirchen und Hamburg-Zentrum ein.

In zwei gleichlautend im Kieler Landtag und in der Hamburgischen Bürgerschaft eingereichten Anträgen fordern die grünen Fraktionen den Ausbau der AKN-Linie zur S-Bahn bis zum Hamburger Hauptbahnhof. Till Steffen, der verkehrspolitische Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion: „Hamburg hat großes Interesse an einer S-Bahn-Verbindung auf der jetzigen AKN-Strecke über Schnelsen nach Kaltenkirchen. Wir können damit die Erfolgsgeschichte der Verlängerung der S 3 nach Stade wiederholen. Von dieser Maßnahme profitieren nicht nur die Pendler auf Schleswig-Holsteiner Seite, sondern auch die Hamburger Stadtteile Eidelstedt und Schnelsen – und letzlich die ganze Stadt. Es gibt auf dieser Strecke im Nordwesten ein großes Potenzial, dass mehr Pendler vom Auto auf die Bahn umsteigen – und dabei die Straßen und Umwelt entlasten. Auf der Strecke Elmshorn-Hamburg ist der Anteil der Bahn-Pendler dreimal höher als auf der AKN-Strecke.“

Andreas Tietze, verkehrspolitischen Sprecher von Bündnis90/Die Grünen im Kieler Landtag, erklärt: „Hamburg und Schleswig-Holstein leben von der guten Nachbarschaft. Gemeinsame Projekte stärken den Zusammenhalt. Die S-Bahn von Kaltenkirchen nach Eidelstedt auf der AKN-Strecke ist beispielgebend, da beide Bundesländer gewinnen. Jeder Berufs- oder Freizeitpendler, der statt des PKW eine attraktive S-Bahn benutzt schont die Umwelt und entlastet das Straßensystem. Moderne schnelle Schienenfahrzeuge, die bis zum Hamburger Hauptbahnhof durchfahren, können viele neue Nutzer anlocken.“

Tietze und Steffen betonen außerdem die Notwendigkeit der Kooperation beider Länder: „Mit unserem gemeinsamen Antrag stärken wir den Schienenverkehr und setzen ein Zeichen für fruchtbare Kooperationen. Nach den Streitigkeiten um die Windenergie-Messe sind verbindende Projekte gefragt, dafür stehen die Grünen beiderseits der Landesgrenze. Gerade bei Verkehrsprojekten machen die Bundesländer im Süden vor, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit entscheidend ist, um Mittel des Bundes zu bekommen.“

Hamburg muss demnächst den Auftrag für den Betrieb der S-Bahn ab 2018 neu ausschreiben. Die AKN muss zudem in Kürze neue Schienenfahrzeuge beschaffen, die in der Regel 30 Jahre lang eingesetzt werden. Geklärt werden muss dabei die Art der Fahrzeuge und die Art des Antriebs. Deshalb sei jetzt der beste Zeitpunkt, um die Umwandlung der Strecke zur S-Bahn-Linie auf den Weg zu bringen, so die Grünen. Die AKN als S-Bahn könnte in das Hamburger Netz eingebunden werden, sie könnte bis zum Hauptbahnhof durchfahren und so für die Bewältigung der Pendlerströme aus dem Norden eine große Rolle spielen.

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