Diabetes – auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Weltgesundheitstag 2016 rückt Entwicklung, Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten in den Blickpunkt

Diabetes steht im Fokus des diesjährigen Weltgesundheitstages am heutigen 7. April. Im Jahr 2014 waren weltweit etwa 387 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, mit einer stetigen Zunahme der Krankheitsfälle wird auch in Deutschland gerechnet. Innerhalb von 14 Jahren ist die Zahl der hier lebenden Erwachsenen mit diagnostizierter Diabetes von 5,2 Prozent auf 7,2 Prozent der Bevölkerung, also rund sechs Millionen Betroffene, angestiegen. Für Hamburg bedeutet dies eine Zahl von etwa 130.000 Betroffenen.

„Diabetes ist eine große gesundheitliche Herausforderung. Dieser gilt es gleichermaßen mit Prävention, Früherkennung und Behandlung zu begegnen“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Lediglich etwa ein Drittel der gestiegenen Fallzahlen ist auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen. Zu den wesentlichen Risikofaktoren, die auch sehr junge Menschen betreffen können, gehören Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Präventive Angebote zur Gesundheitskompetenzstärkung, gerade in den Bereichen Ernährung und Bewegung, können deshalb wirken. Das Präventionsgesetz bietet uns gute Chancen, auch die Anstrengungen zur Vorbeugung von Diabetes zu verstärken.“

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) unterstützt bereits unter anderem Stadtteileinrichtungen dabei, für unterschiedliche Zielgruppen gesundheitsfördernde Aktivitäten anzubieten. Vielerorts finden beispielsweise Kochkurse statt die zeigen, dass gesunde Ernährung weder schwierig, noch teuer sein muss und außerdem Spaß machen kann.

Neben Kochkursen und den vielfältigen Angeboten von Sportvereinen werden zudem einfache Zugänge zu Bewegungsmöglichkeiten für Jung und Alt geschaffen, zum Beispiel Lauftreffs, Nordic Walking-Kurse oder Gymnastikangebote.

Senatorin Prüfer-Storcks: „Prävention, auch durch Bewegung, ist ein Schlüssel zur Vermeidung von Diabetes. Wer sich ausgewogen ernährt und ausreichend bewegt, hat ein etwa 60 Prozent geringeres Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Wir sind auch deshalb im Dialog mit den Krankenkassen in Hamburg, um Prävention und Gesundheitsförderung über eine Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung des Präventionsgesetzes stärker im Alltag der Hamburgerinnen und Hamburger zu verankern.“

Im Jahr 2012 verursachte Diabetes rund 1,5 Millionen Todesfälle. 80 Prozent davon entfielen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die WHO geht davon aus, dass Diabetes bis zum Jahr 2030 zu den sieben weltweit führenden Todesursachen zählen wird. Wirksame Präventionsmaßnahmen sind eine geeignete Strategie dagegen anzugehen, da ein hoher Anteil an Diabetesfällen vermeidbar wäre.

Bei Diabetes wird im Wesentlichen unterschieden zwischen der selteneren Diabetes 1 und Diabetes 2, an der etwa 90 Prozent aller Diabetiker leiden. Während die Autoimmunerkrankung Diabetes 1 oft bereits im Kindes- und Jugendalter auftritt, liegt der Krankheitsbeginn von Diabetes 2 im Schwerpunkt nach dem 50. Lebensjahr.

Der Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist über viele Jahre. Oft fehlen zunächst jegliche Beschwerden oder diese werden anderen Ursachen zugeordnet. Bei vielen Betroffenen bleibt die Krankheit deshalb lange Zeit unerkannt. Eine möglichst frühe Diagnose ist aber sehr wichtig, denn langfristig begünstigt ein erhöhter Blutglukosespiegel eine Vielzahl von gesundheitlichen Schäden. Diesen kann durch frühe Diagnose und Behandlung wirksam vorgebeugt werden.

In Hamburg nahmen im Jahr 2014 knapp 60 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 an einem Disease-Management-Programm teil. Das sind Behandlungsangebote, bei denen die Patientinnen und Patienten aktiv eingebunden werden und lernen, selbstbestimmt mit ihrer Krankheit umzugehen. Aber zum Beispiel auch die Zusammenarbeit von Hausärzten, Diabetologen und Kliniken, die eine Patientin oder einen Patienten betreuen, wird gefördert. So können die Therapiemaßnahmen besser koordiniert und unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden.

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