Einzelinteressen dürfen die Energiewende und großen Beschäftigungschancen im Norden beim Ausbau der Windenergie nicht in Gefahr bringen:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) appelliert anlässlich der Konferenz der norddeutschen Ministerpräsidenten in Bremen an die Politiker, nicht vor jedem lokalen Gegenwind einzuknicken und den Bürgern den Ausbau von On- und Offshore-Windanlagen und Stromnetzen noch offensiver zu erklären, um die Akzeptanz der Energiewende weiter zu erhöhen.
Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Rund 50.000 Arbeitsplätze sind direkt und indirekt von der norddeutschen Windenergiebranche abhängig. Der schrittweise Ausbau von Windanlagen wirkt positiv auf die Bruttobeschäftigungszahlen, der Offshore-Anteil an der installierten Leistung ist aber noch viel zu gering. Deshalb wirken örtliche Hindernisse bis hin zu Kampagnen von Hotelbesitzern gegen Windanlagen an Land und auf See kontraproduktiv auf Wachstum und Arbeitsplätze. Berechtigte Sorgen müssen ernst genommen werden, aber die Energiewende darf nicht dauerhaft in Zeitlupe erfolgen. Probleme beim Aufbau von Offshore-Windparks, zögerliche Netzanbindung und fehlende langfristige Sicherheiten bei der Finanzierung haben schon jetzt dazu geführt, dass Investitionspläne für Windenergie-Anlagen zurückgezogen oder verschoben wurden. Der Schiffbau und der ganze maritime Bereich haben aber nur mit Investitionen in die Energiewende die Chance, sich weltweit einen ganzen neuen Markt im Offshore Segment zu erschließen und neue Wertschöpfungsketten zu knüpfen. Der Norden hat Nachholbedarf in industriepolitischer Zusammenarbeit – die Ministerpräsidenten sollten heute das Signal senden, dass sie diese Herausforderung annehmen. Denn niemand will das Wiedereinschalten von Atomkraftwerken.“