„Eine Chance wurde vertan. Arbeitnehmerinteressen kommen nicht vor.“ Mit diesen Worten kritisiert der für Wirtschaftspolitik zuständige Abteilungsleiter des DGB Nord, Helmut Uder den kürzlich verabschiedeten „Masterplan Industrie“ von Hansestadt, Industrieverband und Handelskammer.
Der „Masterplan Industrie“ sieht eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Stadt und Industrie vor und hält Leitlinien für insgesamt elf Handlungsfelder bereit. Damit soll die Zukunftsfähigkeit der Industrie in Hamburg gesichert werden.
„Die Sicherung und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen wird in diesem Zusammenhang zwar erwähnt, doch auch für die Hansestadt wichtige Themen wie die Einhaltung von Tarifverträgen oder die berufliche Weiterqualifizierung werden ausgespart“, sagt Uder und kritisiert das Einknicken des Senats gegenüber der Wirtschaft. Der Senat habe hier die Chance verspielt, konkrete Maßnahmen der Industrie einzufordern. Stattdessen habe er sich den Interessen der Wirtschaft untergeordnet.
Vollends fatal sei die Beschränkung des „Masterplans“ auf die Kernstadt Hamburg. Der Industriestandort Hamburg sei auf die Metropolregion angewiesen. Uder: „Alleingänge des Senats wie dieser fördern lediglich das Misstrauen der angrenzenden Landkreise Schleswig-Holsteins und Niedersachsens.“