Tourismus: Schlechte Arbeitsbedingungen trotz Rekordgeschäft

DGB kritisiert: Die Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe sind mies, die Tourismusstatistik ist super: „Das Gastgewerbe im Norden macht gute Geschäfte, aber es verspielt die Zukunft, wenn die Arbeitsbedingungen nicht deutlich besser werden. Der Boom der Branche muss in Euro und Cent auch bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen. Solange das hart arbeitende Personal im Norden in vielen Fällen nur wenig mehr verdient als den Mindestlohn, wird die Flucht von Fachkräften anhalten.

Ob an der Küste oder im Hinterland: Die Beschäftigten brauchen endlich Anerkennung und Wertschätzung. Geld, Arbeitszeiten und Ausbildungsbedingungen müssen stimmen. Ohne humane Arbeitsbedingungen und Tariflöhne werden immer mehr Stellen unbesetzt bleiben. Als Niedriglohnbranche hat der Tourismus im Norden keine Zukunft“, so Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord, zur Entwicklung der Tourismuszahlen im Norden.

Immer noch gebe es vielfach den Versuch, den gesetzlichen Mindestlohn zu umgehen, so der stellvertretende DGB-Vorsitzende: „Arbeitgeber in Betrieben ohne Betriebsrat und Tarifvertrag verhalten sich besonders schäbig, und davon gibt es gerade im Gastgewerbe eine ganze Menge.“ Ihnen müsse die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls durch vermehrte Prüfungen und hohe Strafen klarmachen, dass Lohnraub sich nicht lohne: „Solange das Gastgewerbe die Billiglohnbranche Nummer 1 ist, wird der Tourismus im Norden unter seinen Möglichkeiten bleiben. Bei Entlohnung, Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Ausbildungsbedingungen muss sich ganz viel tun. Darum müssen sich auch alle Wirtschaftsminister der Länder bei ihrer Aufsicht und in ihrer Wirtschaftsförderung dringend kümmern“, so Schlüter. Wer neue Tourismuskonzepte erarbeite, müsse die Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften frühzeitig einbeziehen. Zwei von drei Arbeitnehmern in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen arbeiten mehr als 45 Stunden in der Woche; vielfach werden Überstunden nicht entlohnt oder ausgeglichen.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.