DGB fordert Großoffensive gegen Steuerhinterzieher

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) fordert die Finanzministerien der norddeutschen Bundesländer auf, ihre Abteilungen für Steuerprüfungen massiv auszubauen und eine Großoffensive gegen Steuerhinterzieher zu starten. In der Finanzwelt dürfe es keine rechtsfreien Räume geben.

In seiner heutigen Pressemitteilung fordert der DGB Nord im Einzelnen:

Neben der Einstellung von neuen Steuerprüfern müsse vor allem die Zahl der Ausbildungsplätze im Sachgebiet Steuerprüfung deutlich erhöht werden, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Die Reichtumsexplosion hat auch immer skandalösere Tatbestände der Steuerhinterziehung von Vermögenden zur Folge. Weltweit sollen 21 bis 32 Billionen Dollar in Steueroasen versteckt sein, die Rede ist allein von 120.000 Briefkastenfirmen in mehr als 170 Ländern. Die Steuerhinterzieher verfügen über internationale Netzwerke und eine erhebliche kriminelle Energie – die Bordmittel der Finanzbeamten reichen bei weitem nicht aus, um dem milliardenschweren Komplex aus Strohmännern, Notaren, Buchhaltern und Banken jederzeit Paroli zu bieten. Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass in der Finanzwelt rechtsfreie Räume geduldet werden. Jeder Steuerprüfer treibt jährlich rund eine Million Euro ein. Und jede einzelne Steuerprüfung bei Millionären bewirkt im Durchschnitt Nachzahlungen in Höhe von etwa 135.000 Euro, so der Bundesrechnungshof. Das sind Argumente genug, um jetzt in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine Großoffensive gegen Steuerhinterzieher zu beginnen.“

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