Rund 60 Einsatzkräfte sind seit etwa 11 Uhr mit ihren Fahrzeugen im Westen, Norden und Osten Hamburgs unterwegs, um gefrierende Nässe und Schneematsch auf verkehrswichtigen Fahrbahnen zu bekämpfen. Seit etwa 9 Uhr kontrollierten 13 Kräfte die Fahrbahnen in Hamburg und streuten bei Bedarf.
Auf einigen Fahrbahnen im Westen, Norden und Osten Hamburgs sackten die Belagstemperaturen leicht unter den Gefrierpunkt, so dass Schneeregen- und Hagelschauer streckenweise zu Glätte führen. Trotz des Einsatzes, der voraussichtlich bis zum späten Mittag andauern wird, müssen Verkehrsteilnehmer in Hamburg streckenweise mit Glätte durch gefrierende Nässe rechnen und ihre Fahrweise anpassen.
Auf Gehwegen mit Anliegern sind die Grundeigentümer verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen und diese Gehwege mit abstumpfenden Stoffen wie Sand oder Splitt zu streuen. Autobahnen streuen die Autobahnmeistereien.
Wer räumt bei Schnee und Eis?
Grundsätzlich gilt: Für die Schnee- und Eisbeseitigung auf Fahrbahnen ist die Stadtreinigung Hamburg (SRH) und auf Gehwegen sind die Anlieger verantwortlich. Die SRH übernimmt zusätzlich die Sicherung von rund 800 Streukilometer Gehwegen ohne Anlieger, von 4.000 Bushaltestellen und auf einem ausgewählten Netz von Radwegen.
Ihre Aufgaben: Auch Sie müssen die Schippe schwingen.
Jeder Grundeigentümer ist dafür verantwortlich, dass grundstückseigene und angrenzende öffentliche Gehwege rechtzeitig von Schnee und Eis befreit werden. Die Verbindung des Gehweges zu einer Bushaltestelle, zu einem Fußgängerüberweg, -tunnel oder -brücke gehört auch dazu.
Schnee muss sofort nach Ende des Schneefalls geräumt, Glätte unmittelbar nach Eintritt abgestreut werden (mindestens 1 m breit, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante). Bleibt es trotzdem glatt, muss das Eis mechanisch entfernt werden.
Achtung: Schnee darf nicht auf die Fahrbahn oder den Radweg geschoben werden. Bei Schneefall oder Glättebildung nach 20 Uhr haben Sie für Ihren „Winterdienst“ bis morgens 8.30 Uhr Zeit, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr.
Streusalz darf auf Hamburger Gehwegen nicht verwendet werden. Benutzen Sie bitte Sand, Splitt oder andere umweltverträgliche Stoffe mit abstumpfender Wirkung.
Zum Start der Wintersaison 2011/12 hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ein neues Winterdienst-Faltblatt erstellt, das detailliert auf die Reichweite der Anliegerpflichten eingeht. Das Faltblatt wird ab Mitte November an alle Hamburger Haushalte verteilt. Zum Download des Faltblattes geht es hier.
So funktioniert der Winterdienst
Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist vom 1. November bis zum 31. März rund um die Uhr einsatzbereit.
Rufbereitschaften: Schon mittags an die kommende Nacht denken
Auf Grundlage der Vorhersagen der Wetterdienste, der Daten der eigenen neun Messstationen und der eigenen „Wärmekarte“ der Hamburger Straßen gibt die SRH mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Diese sind dann innerhalb der Rufbereitschaftszeiten per Handy oder „Pieper“ zu jeder Zeit erreichbar.
Fahrbahnen: Sichere Fahrt auf 3.300 Kilometer
Wird es stadtteil- oder hamburgweit glatt, sichern rund 120 Fahrzeuge zunächst wichtige Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr (rund 2.570 km). Danach werden die Verbindungsstrecken zwischen diesen Straßen gesichert (rund 730 km). Bei Glatteis und überfrorener Nässe wird Feuchtsalz gestreut. Wird es kurz vor oder während der Hauptverkehrszeit glatt, streut die SRH zunächst eine Auswahl der wichtigsten Straßen und danach den Rest. Ein Streudurchgang dauert mindestens 3,5 Stunden, ist aber abhängig von Witterung und Verkehr, sodass von Einsatzbeginn normalerweise fünf Stunden vergehen, bis auch die letzte Fahrbahn des Streuplans gesichert ist.
„Zebrastreifen“ und Co: 12.000 Überwege vom Eis befreien
Bis zu 550 zusätzliche Einsatzkräfte mit 150 Fahrzeugen beseitigen Glätte auf den rund 12.000 Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“ und deren Mittelinseln.
Verkehrswichtige Gehwegstrecken ohne Anlieger: 1.000 Kilometer mehr
Rund 270 Räum- und Streupläne umfasst das Netz dieser vom Winterdienst der SRH zu sichernden Zusatzstrecken ohne Anlieger. Dies sind z.B. Wege auf Brücken, wichtige ausgewählte Wege an Wasserläufen, an land- und forstwirtschaftlichen Flächen, an und in Grünanlagen, Gehwegverbindungen zu Haltestellen der Öffentlichen Verkehrsmittel, 4.000 Bushaltestellen sowie 180 Streukilometer auf einem ausgewählten Netz von Radwegen. Etwa 150 Fahrzeuge und 360 Einsatzkräfte stehen für die Abarbeitung der Zusatzstrecken in den Startlöchern. 60 spezielle, kleinere Einsatzfahrzeuge hat die SRH für fünf Monate angemietet. Der Winterdienst auf Geh- und Radwegen erfolgt in der Regel maschinell, der Winterdienst an Bushaltestellen ist personalintensiv und vergleichbar mit dem Winterdienst auf Überwegen, wo mit einem Eimer und Schaufel manuell gestreut und Schnee manuell geschoben wird. Um lange Regiewege zu sparen, hat die SRH 50 mobile Silos für Kies im Hamburger Stadtgebiet aufgestellt.
Eisfreie Autobahnen
Die jeweiligen Autobahnmeistereien sichern die Autobahnen. Die Bundesregierung hat nur für die Autobahnen eine Salz-Notreserve angelegt.
Fahrbahnen in Nebenstraßen
Einen Winterdienst auf den Fahrbahnen in Nebenstraßen leistet die SRH im Regelfall weiterhin nicht. Nur in Ausnahmefällen und nur auf Meldung von Polizei, Feuerwehr und Verkehrsunternehmen streut eine Task Force der SRH zur Gefahrenabwehr auch hier. Ähnlich wie in anderen Großstädten wie Berlin, Bremen, Hannover, Kiel und Münster konzentriert sich die SRH bei der Sicherung von Fahrbahnen auf Hauptverkehrsstraßen und wichtige Verbindungsstraßen. Grund dafür sind die zu hohen Kosten und die fehlenden überzeugenden technischen Lösungen für einen Einsatz in Nebenstraßen.
Tagesaktuelle Informationen zum Winterdienst, die Daten aller neun Messstationen der Stadtreinigung Hamburg, ein Wetterradar sowie die Einsatzplanung des Winterdienstes stehen für Interessierte online zur Verfügung. Ein Verzeichnis aller Fahrbahnen von Straßen, die der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg bei Bedarf streut, gibt es hier zum Herunterladen.
Mehr Informationen unter www.srhh.de