Der Senat soll Asklepios Benimm beibringen

Hamburgs Senat soll die Streikbrecheraktion des Hamburger Asklepios-Managements auf Sylt stoppen. ver.di-Landeschef Wolfgang Abel fordert den Senat auf, die arbeitnehmerfeindlichen Aktivitäten des Hamburger Klinikkonzerns auf Sylt zu unterbinden.

Seit gestern berichten die Medien, dass der legale Streik der Beschäftigten der Asklepios-Klinik Westerland mit Streichbruchprämien auch vom Hamburger Management unterlaufen wird. Die Beschäftigten in Hamburg werden von ihren Chefs ermuntert, sich hier beurlauben und dann auf Sylt bei freier Kost und Logis sowie einer üppigen Streikbruchprämie von 200 Euro pro Tag auf bestreikten Arbeitsplätzen einsetzten zu lassen.

Aus Sylt reagieren derzeit 340 Beschäftigte seit mehreren Wochen mit tagesbezogenen Streikmaßnahmen, um die Ankoppelung an das üblichen Bezahlungsniveaus in der Branche zu erreichen. Die Unterstützung einer Streikbruchpolitik durch das Hamburger Management ist deshalb mehr als irritierend, weil in den Hamburger Asklepios-Kliniken auf der Basis von fairen Tarifverträgen bisher eine vernünftige Gesamtentwicklung erreicht werden konnte.

Wolfgang Abel: „Die Asklepios-Kliniken in Hamburg gehören zu 25,1 Prozent noch der Stadt. Diese Minderheitsbeteiligung nach der seinerzeitigen Privatisierung sollte dazu dienen, Fehlentwicklungen des Konzerns zu verhindern. Die aktive Unterstützung einer Streikbruchstrategie auf Sylt ist skandalös und unverantwortlich und darf vom Hamburger Senat als Miteigentümer nicht tatenlos hingenommen werden. Insofern ist der Hamburger Senat aufgefordert, seine Möglichkeiten beispielsweise über den Aufsichtsrat zu nutzen, damit die hier praktizierte Gutsherrenart nicht zur neuen Unternehmenskultur gemacht wird.“

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