Deutsch-Polnische Begegnung
Artur Becker liest aus seinem Roman
„Der Lippenstift meiner Mutter“ (Weissbooks) und erinnert an den 100sten Geburtstag des polnischen Nobelpreisträgers von 1980: Czeslaw Milosz (1911 – 2004).
Dabei wird er auch einige – der von ihm ins Deutsche übersetzten Gedichte von Czeslaw Milosz – vortragen.
Sonntag, 30.10.2011, TeaTimeLesung 17.30 Uhr,
Literaturhaus, Schwanenwik 38
Czeslaw Miloscz war ein bedeutender Lyriker, Romancier, Übersetzer und von 1945-51 Kulturattaché in den USA und in Frankreich. 1970 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Von 1961 – 78 war er Professor für Slawistik in Berkeley. In seinen Essays behandelte er die Lage der Intellektuellen im stalinistischen Polen
und seine Lage als Emigrant. Polen widmet ihm 2011 ein Gedenkjahr mit vielen Veranstaltungen im In- und Ausland.
Artur Becker ist ein Kenner seiner Literatur. In Beckers eigenen sieben Romanen, drei Gedichtbänden und einem Band Erzählungen geht es u.a. um seine ehemalige Heimat Warmia und Masuren und deren Bewohner und Bewohnerinnen. Dabei spürt er auch der Vergangenheit dieser Region nach. Seine Figuren bewegen sich meist als Nomaden zwischen den Ländern. Der neue Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“ handelt von der Kindheit: Nordöstliches Polen, späte 70er Jahre, tiefste Provinz: Der zweite Weltkrieg und die Leiden sind noch gegenwärtig, die Solidarnosc erst im Entstehen, die polnischen Aufstände der 80er Jahre noch weit. In dieser Zwischenzeit lässt Artur Becker seinen Roman spielen.
Artur Becker, geb. 1968 in Bartoszyce, einer Kleinstadt in Warmia und Masuren. Die Mutter seines Vaters war Deutsche, seine Eltern kamen 1984 aus politischen und finanziellen Gründen als Spätaussiedler nach Deutschland. Becker schrieb schon als Jugendlicher Gedichte, die in Polen veröffentlicht wurden. 1989
wechselte er die Literatursprache und brachte zwei Gedichtbände und einen Roman im Bremer Stint-Verlag heraus. Im Hoffmann & Campe Verlag erschien „Kino Muza“ (2003). Bei Weissbooks „Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken“, wofür er den Chamisso-Preis erhielt. Becker wurde zweimal zum Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen und erhielt zahlreiche Stipendien (u.a. das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung).
Natascha Freundel moderiert
In Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung
Eintritt: Euro 7,-/erm. 4,-
Kartenreservierungen unter:
Telefon 227 92 03 / 207 69 037 oder FAX 229 15 01
oder Mailto: lit@lit-hamburg.de