Der bittersüße Funke Ich

Kerstin Decker liest aus ihrer Biografie
über Lou Andreas-Salomé „Der bittersüße Funke Ich“ (Propyläen)

Donnerstag, 27.10.2011, 20.00 Uhr,
Literaturhaus, Schwanenwik 38

Zum 150igsten Geburtstag Lou Andreas-Salomés hat die bekannte und erfahrene Biografin Kerstin Decker jetzt ein herausragendes Buch über eine überaus faszinierende, hochintelligente und charakterstarke Frau veröffentlicht, die zu den großen Schriftstellerinnen und Denkerinnen des frühen 20igsten Jahrhunderts gehört: Lou Andreas-Salomé stand im Mittelpunkt des intellektuellen Lebens einer ganzen Epoche, zwischen Nietzsche und Hauptmann, Rilke und Freud. Sie galt als femme fatale, lehnte ein typisches Frauenleben ab, heiratete dann aber doch unter der Bedingung, dass sie mit ihrem Mann nie das Bett teilen müsse.

Stattdessen hatte sie viele Liebhaber und noch mehr, die sie erfolglos begehrten. „Du warst der Abgrund, der mich verschlang“, bekannte Rilke. Freud soll über sie gesagt haben, ihre Intelligenz sei geradezu gefährlich, Nietzsche hatte sie zu seinem „Geschwistergehirn“ ernannt. Sie schrieb beeindruckende Bücher über Ibsen, Nietzsche und Rilke, dachte über Weiblichkeit, Erotik, über Psychosexualität, über Gott und den Glauben nach, aber ihr umfangreiches essayistisches Werk gilt es noch zu entdecken. „Mit dieser Biografie ist Kerstin Decker ein treffendes, lebendiges Porträt von ‚Deutschlands erster Intellektueller’ gelungen.“ (Süddeutsche Zeitung).

Kerstin Decker hat Lou Andreas-Salomé (geb. 1861 in St. Petersburg, gest. 1937 in Göttingen) neu für uns entdeckt, indem sie ihrer unkonventionellen Existenz nachgeht, ihrer ‚Zauberformel des Lebens’. Der Untertitel ihrer Biografie „Der bittersüße Funke Ich“ ist eine Hommage „an das selbstbestimmte Dasein einer Intellektuellen in einer vom männlichen Geist vereinnahmten Zeit.“ (Kerstin Decker). „Jenseits aller Klischees gelingt es ihr, das noch immer rätselhafte und widersprüchlich erscheinende Wesen von Lou Andreas-Salomé im Sinne einer tiefen Menschlichkeit einheitlich zu deuten.“ (MDR). „Lou Andreas-Salomé hat ein eigenwilliges Leben geführt, wie reich an Erfahrungen es gewesen ist, das zeigt diese Biografie. Ein hervorragend geschriebenes Buch und eine Entdeckung“ (rbb).

Kerstin Decker, geb. 1962 in Leipzig, lebt in Berlin. Sie ist promovierte Philosophin, Reporterin des Tagesspiegels und Kolumnistin der taz. Zahlreiche Buchveröffentlichungen: darunter Biografien über Heinrich
Heine, Paula Modersohn-Becker, Else Lasker-Schüler und Oscar Wilde. Sie arbeitet auch als Theater- und Filmkritikerin.

Carola Ebeling moderiert

Eintritt: Euro 7,-/erm. 4,-
Kartenreservierungen unter:
Telefon 227 92 03 / 207 69 037 oder FAX 229 15 01
oder Mailto: lit@lit-hamburg.de

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