Landeszentrale für politische Bildung schaltet online-Übersicht mit über 500 Personenprofilen frei
Unter www.hamburg.de/ns-dabeigewesene offenbart sich, auf welch unterschiedliche Art und Weise Menschen Anteil an den NS-Gewaltverbrechen in der Hansestadt hatten. Neben Personenprofilen können hier auch NSDAP-Organisationen und Einrichtungen aufgerufen werden. Die Recherche ist über die Suchfunktion nach Namen, Schlagworten oder Adressen und Stadtteilen möglich.
Die Datenbank http://www.hamburg.de/ns-dabeigewesene umfasst bislang 759 Einträge und kann stetig erweitert werden. Vollständig und abgeschlossen wird diese Übersicht aber nie werden können; zuviele Akten und Hinweise wurden nach dem Krieg vernichtet.
Menschen wurden auf unterschiedlichste Weise zu „Dabeigewesenen“. Als Karrieristen, Profiteure, Befehlsempfänger, Denunzianten, Mitläufer und Täter stützten sie das System. Auch Menschen, die nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden, zählen zu diesem Personenkreis.
In vielen Profilen wird der Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus etwa gegenüber seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur oder seiner Weltanschauung deutlich.
Menschen stützten das NS-System, indem sie bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staates übernahmen; ohne darüber nachzudenken oder die Gegebenheiten zu hinterfragen.
Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, zum Beispiel die NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.