Die Unionsfraktion hat die Forderung nach einer zusätzlichen Demografie-Abgabe verteidigt. In dem Positionspapier hatte die Projektgruppe Demografie der CDU/CSU-Fraktion vorgeschlagen, dass jeder Bürger vom 25. Lebensjahr an je nach Einkommen in eine Kapitalreserve einzahlen müsse, um die Kosten der Alterung der Gesellschaft abzufedern.
„Der Aufbau einer Demografie-Rücklage ist notwendig, um uns auf die drastischen Auswirkungen des demografischen Wandels in unseren sozialen Sicherungssystemen besser vorzubereiten“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings der „Rheinischen Post“. Unter seiner Leitung hatte eine Fraktionsarbeitsgruppe das Konzept entwickelt, nach dem künftig jeder Arbeitnehmer ab 25 Jahren eine einkommensabhängige Abgabe in eine Rücklage entrichten soll. „Eine solche Zukunftsvorsorge ist angesichts des Bevölkerungsaufbaus in Deutschland ein Gebot der politischen Moral“, betonte Krings. Die Mehrbelastung könne durch Abgabensenkung an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Ex-SPD-Chef Franz Müntefering rügte: „Statt die Kommunen zu stärken, Familien und Kinder zu stützen, Potenziale des Alters zu aktivieren, die aufziehende Fachkräfteproblematik anzugehen, für gute Löhne für gute Arbeit zu streiten, fordern CDU/CSU eine Art Demografie-Steuer. Und das als Sonderbelastung der Arbeitnehmer, kapitalgedeckt, also spekulationsgefährdet.“