Der Castor-Zug mit hochradioaktivem Atommüll aus der Plutoniumfabrik in La Hague hat den Verladebahnhof in Frankreich gestern verlassen. Nun wird entlang der Strecke protestiert – am Sonnabend findet eine Großkundgebung im Wendland statt. Jeder der elf Castorbehälter enthält die vierfache Menge des radioaktiven Materials, das bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima in die Umwelt gelangt ist.
Ein Bündnis vieler Initiativen organisiert die große, bunte und angemeldete Demonstration in Dannenberg. Viele Tausend Menschen gehen gemeinsam auf die Straße gegen den Castor-Transport und ein Endlager in Gorleben. Der Termin:
Sonnabend, 26. November, um 12.30 Uhr in Dannenberg im Wendland
Start ist um 12.30 Uhr an zwei Auftaktpunkten mit jeweils kurzen Redebeiträgen und viel Musik. Von dort aus setzen sich gegen 13 Uhr zwei Demonstrationszüge in Bewegung und treffen sich am Ortsausgang von Dannenberg zur Großkundgebung “Gorleben soll leben – STOP CASTOR!“. Geplant ist, dass die beiden Demozüge dort ein riesiges Menschen-X bilden. Danach gibt es von 14 bis 17 Uhr ein vielfältiges Programm. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) ist mit zahlreichen weiteren Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen während der Zeit des Castortransports unterwegs. „Alle sind offiziell angemeldet! Ihr habt das Recht, daran teilzunehmen! Die Polizei ist verpflichtet, Euch freie Fahrt zu den Veranstaltungen zu gewährleisten“, so die Initiative. Die weiteren Veranstaltungsorte (nachdem der Castorzug Niedersachsen erreicht hat, bis zum Eintreffen in Dannenberg oder der Rückfahrt):
1. Bunte Hütte, nordwestlich von Tollendorf
2. Grünhagen, 50 m nördlich des Bahnübergangs
3. Leitstade Süd, 50 m südlich der Bahn
4. Leitstade Nord, 50 m nördlich der Bahn
5. Wanderhütte zwischen Leitstade und Grünhagen
6. Harlingen Süd, 50 m südlich der Bahnlinie
7. Pussade, Nähe Forsthaus Pussade
8. Groß Gusborn, Im alten Dorf
9. Laase, Ende des asphaltierten Kreuzwegs
10. Quickborn, Flur 6, Flurstück 2/1
„Die Castoren dürfen nicht ins Zwischenlager Gorleben rollen“, sagt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. „Dort wird der Strahlengrenzwert bis Ende des Jahres überschritten. Der Transport ist illegal.“
Eine Analyse von Greenpeace zeigt, dass die radioaktive Strahlung am Zwischenlager Gorleben auch ohne die weitere Einlagerung von Castoren den genehmigten Grenzwert bis Jahresende überschreiten wird. Die zusätzliche Einlagerung von Atommüll wäre damit rechtswidrig. Auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags kommt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu dem Schluss, eine Einlagerung von weiteren Castoren sei möglicherweise unzulässig. Die der Genehmigung zu Grunde liegende Bewertung des niedersächsischen Umweltministeriums seien „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“.