Burschenschaften – Nein, Danke!

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hat für Samstag, den 16.6.2012, um 10 Uhr eine Kundgebung vor dem Haus der Burschenschaft „Germania Königsberg“ in der Heimhuder Straße – Höhe Hausnummer 34 – angemeldet, um dort gegen rechtes Gedankengut zu demonstrieren unter dem Motto: „Studentische Verbindungen auflösen! Nationalismus raus aus den Köpfen!“

Die Studentenvertretung teilt dazu mit:
„Am kommenden Samstag, den 16. Juni, wollen norddeutsche Burschenschaften in Hamburg über ihren zukünftigen Kurs debattieren. Als Referenten (!) sind u.a. ein ehemaliger Nazikader, braune Burschen aus Österreich und ein Christdemokrat geladen. Nach dem letzten Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach konnte sich der völkische und zur NPD hin offene Flügel nach jahrelangem Streit gegenüber dem konservativen Flügel durchsetzen. Dieser neue Kurs soll jetzt in Hamburg mit einem Grundlagenseminar verfestigt werden.

Der AStA der Uni Hamburg hat unter dem Motto „Studentische Verbindungen auflösen! Nationalis-mus raus aus den Köpfen!“ eine Kundgebung ange-meldet. „Wir finden es notwendig politische Aufklä-rungsarbeit zu leisten, um den rechten Umtrieben von Verbindungen an der Uni Einhalt zu gebieten“, sagt Oliver Vornfeld, Mitglied des Ausschusses „gegen Rechts und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ des Studierendenparlaments.“ Ein Blick auf die Referentenliste (!) des Burschenschaftseminars zeigt: Die Wahl der extrem rechten Referenten (!) ist kein Zufall, sondern macht die gemeinsamen inhaltlichen und ideologischen Bezugspunkte deutlich.“

Dies zeigt sich besonders an zwei Referenten (!) der Burschenschafter:
So soll Martin Rosenau der Hamburger Burschenschaft Germania zu „Bedrohung der von der Bur-schenschaft erkämpften Freiheiten“ sprechen. Unter burschenschaftlicher Freiheit versteht insbesondere die Germania aus der Sierichstraße seit Jahren die freie Rede von Neonazis, welche regelmäßig in ihr Burschenhaus eingeladen werden.

Ebenfalls soll Norbert Weidner sprechen. Er ist ehemaliger Nazikader aus inzwischen verbotenen Organisationen. Der Chefredakteur der burschenschaftlichen Blätter kam im April bundesweit in die Schlagzeilen, weil er den NS-Widerstandkämpfer Dietrich Bonhoeffer verunglimpft hatte. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren und die FDP ein Ausschlussverfahren gegen Weidner ein. Allerdings gehören sowohl die gastgebende Burschenschaft als auch einige der eingeladenen norddeutschen Burschenschaften nicht dem rechts-radikalen Flügel an. Dies zeigt, dass man trotz allem Streit und öffentlich erklärten Distanzierungen, hin-ter den Kulissen auch weiterhin mit braunen Bundesbrüdern eng kooperiert.
Studentische Verbindungen stehen für ein konservatives und reaktionäres Weltbild, in dem Frauenfeindlichkeit, Sozialchauvinismus und Nationalismus fester Bestandteil sind. Dazu Luise Günther aus dem AStA Vorstand: „Diese elitären, sexistischen und nationalistischen Positionen gilt es deshalb öffentlich zu thematisieren. Wir wollen und werden die Hamburger Burschenschafter nicht ungestört lassen, sondern unsere Kritik und Protest auf die Straße tragen!“ „

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