Bündnis schafft bessere Bedingungen für Menschen mit Demenz

Die Hamburger Landesinitiative „Leben mit Demenz“ hat im Rahmen einer Fachtagung eine Zwischenbilanz ihrer Arbeit gezogen.

Verbesserte Informationsangebote, neue Versorgungskonzepte in Krankenhäusern und Pflegeheimen und ein Modellprojekt für Begegnungs- und Entlastungsangebote im Stadtteil Lohbrügge sind einige der Projekte, die im Rahmen der Initiative erarbeitet wurden. Das Bündnis ist 2012 von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) gemeinsam mit zahlreichen Partnern gegründet worden, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz zu verbessern. Es soll in den kommenden Jahren im Rahmen des „Paktes für Prävention“ fortgesetzt werden.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Wir wollen die Verhältnisse in unserer Stadt so verändern, dass das Leben auch mit Demenz ein möglichst gutes Leben bleibt. Die Projekte der Landesinitiative sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Deshalb freue ich mich über das Erreichte und darüber, dass wir die erfolgreiche Arbeit gemeinsam mit den Partnern fortsetzen werden.“

In Hamburg leben nach Schätzungen rund 26.000 Menschen mit mittelschwerer oder schwerer Demenz, etwa zwei Drittel davon Zuhause. Der demografische Wandel führt dazu, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Menschen mit und ohne Demenz werden sich auch zunehmend im Alltag begegnen. Dieses Zusammenleben kann positiv gestaltet werden – wenn das Krankheitsbild bekannt ist, Menschen mit Demenz trotz ihrer Krankheit ernst genommen werden, ihnen und ihren Angehörigen mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und der notwendigen Geduld begegnet wird und sie die notwendige Unterstützung bekommen. Hier setzt die Hamburger Landesinitiative an.

Im Rahmen der Landesinitiative wurde unter anderem im Internet ein spezielles Informationsportal für Hamburg eingerichtet (www.hamburg.de/demenz) und eine Informationsbroschüre herausgegeben. Im September 2014 fand zudem eine Aktionswoche statt, in der in über 140 Veranstaltungen Informationen direkt vermittelt und Verständnis für Menschen mit Demenz und Angehörige geweckt wurden.

Direkt an die Servicekräfte verschiedener Branchen richtet sich hingegen ein durch die Hochschule für angewandte Wissenschaft neue entwickeltes Schulungsprogramm („BasisQ“), das Sicherheit im Umgang mit Demenzkranken vermitteln soll. Wie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu Hause unterstützt werden können, wird unterdessen im Stadtteil Lohbrügge erprobt, während andere Projekte der Landesinitiative sich mit besseren Hilfen durch Hausärzte, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen beschäftigen.

Die Aktivitäten der Landesinitiative und seiner Akteure sollen in den kommenden Jahren im Rahmen des „Paktes für Prävention“ fortgesetzt werden. Damit wird die Zusammenarbeit gefestigt und es werden die Voraussetzungen geschaffen, um weitere Projekte auf den Weg zu bringen.

Hintergrund

In der Hamburger Landesinitiative „Leben mit Demenz“ arbeiten zahlreiche Organisationen und Akteure zusammen, um die Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiter auszubauen, sich zu koordinieren und somit ein besseres Leben mit Demenz in Hamburg zu unterstützen. Neben der BGV sind Vertreterinnen und Vertreter von Kranken- und Pflegekassen, Ärzteschaft, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden und anderen Organisationen an der Landesinitiative beteiligt. Außerdem haben viele pflegende Angehörige mitgearbeitet. Weitere Informationen unter www.hamburg.de/demenz.

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