Breites Bündnis für Alleinerziehende

Ein breites gesellschaftliches Bündnis hat sich hinter Familienministerin Manuela Schwesig gestellt: Kirchen und Gewerkschaften fordern mehr Hilfe für Alleinerziehende.

Auf der SPD-Dialogplattform haben mittlerweile viele Alleinerziehende von den Schwierigkeiten in ihrem Leben berichtet. „Die Resonanz ist überwältigend“, so SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi.

Im Streit um höhere Leistungen für Familien haben Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der katholischen Bischofskonferenz und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) im „Tagesspiegel“ (Montag) dafür plädiert, Alleinerziehende besser zu unterstützen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) plant bisher eine Mini-Kindergelderhöhung um monatlich vier Euro in diesem und weitere zwei Euro im kommenden Jahr. Die von Familienministerin Schwesig geforderte deutliche Kindergelderhöhung und die Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende lehnt Schäuble weiterhin ab.

Anhebung des Freibetrags geboten

Der EKD-Bevollmächtigte Martin Dutzmann forderte gegenüber dem „Tagesspiegel“, das Gesetzgebungsverfahren solle „dafür genutzt werden, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende anzuheben“. Der katholische Prälat Karl Jüsten erinnerte daran, dass der Freibetrag trotz gestiegener Lebenshaltungskosten seit seiner Einführung im Jahr 2004 nicht angehoben worden sei. Daher sei eine Anhebung „geboten“.

Neben den Kirchen fordern auch die Gewerkschaften den Finanzminister auf, Alleinerziehende nicht im Stich zu lassen. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, die Debatte müsse genutzt werden, um „Alleinerziehende und ihre Kinder besser zu unterstützen“.

Fahimi: Resonanz ist überwältigend

Alleinerziehende Frauen und Männer leisten sehr viel – und das betrifft mittlerweile jede fünte Familie. Oft fehlt es ihnen an Anerkennung und an Geld. Die SPD kämpft für höhere Freibeträge und einen deutlich höheren Kinderzuschlag.

Um mit Alleinerziehenden ins Gespräch zu kommen und neue Lösungen zu finden, hat die SPD in der vergangenen Woche eine Dialog-Plattform gestartet. Die Resonanz ist überwältigend. Rund 100 alleinerziehende Mütter und Väter haben sich seither gemeldet und von ihren Schwierigkeiten im Alltag berichtet. „Eine Frau schrieb mir, dass krank sein für eine Alleinerziehende einfach nicht drin sei. Die Verantwortung, der ständige Spagat, das belastet viele Familien – und Alleinerziehende besonders“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi im Gespräch mit der B.Z. am Sonntag.

Fahimi weiter: „Ich bin Halbwaise. Ich weiß, wie sehr sich meine Mutter angestrengt hat, damit ihre beiden Kinder eine gute Ausbildung bekommen und eigenständige, fröhliche Menschen sind. Ich habe vor, mich mit einigen der Frauen in nächster Zeit mal zu treffen und zu diskutieren, wie Politik noch konkreter helfen kann.“

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