BNQ: Da darf Geld keine Rolle spielen

St. Pauli bebte: In den Morgenstunden des 17. Februar 2012 kam es, vermutlich durch Bauarbeiten am Nachbargebäude, zum Einsturz der Giebelwand des denkmalgeschützten Hauses Bernhard-Nocht-Straße 85. Nun sind die Stadtteilpolitiker erschüttert.

Glücklicherweise wurde bei diesem Einsturz niemand verletzt. „Für das Quartier allerdings ist der Einsturz eine Katastrophe“, erklärte die SPD-Bezirksfraktion Mitte. Das Bernhard-Nocht-Quartier (BNQ) ist wieder negativ im Gespräch.

Als „skandalös“ bezeichnet der SPD-Bezirksabgeordnete Hendrik Frese das Management des Eigentümers nach dem Einsturz. So sei nach seinen Informationen nicht wie zunächst vereinbart das Gelände gesichert worden und eine Beteiligung des Denkmalschutzamtes abgewartet worden, sondern in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ bereits am Abend desselben Tages die Hälfte des Hauses ohne Genehmigung abgerissen und somit ein gegebenfalls möglicher Erhalt der denkmalgeschützten Fassade unmöglich gemacht worden. „Wir fordern den Investor daher auf, die Fassade und die Kurvatur des Hauses exakt wieder herzustellen.“

Auch der St.Paulianer SPD-Bezirksabgeordnete Erkan Sahin ist empört: „Wir fordern den Investor auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden und den Vorfall transparent den Anwohnern im Stadtteil zu erläutern. Insbesondere die Frage, warum die Giebelwand des eingestürzten Gebäudes nicht abgestützt wurde und die Frage, warum der Abriss ohne Einwilligung der Bauprüfabteilung des Bezirks stattgefunden hat, muss dringend geklärt werden.“

Der Fraktionsvorsitzende der SPD in Mitte, Falko Droßmann, bringt die SPD-Position auf den Punkt: „Der Erhalt von historischer Bausubstanz in Hamburg-Mitte ist für uns unverzichtbar. Der Charakter der Bernhard-Nocht-Straße wird durch diesen Abriss stark beeinträchtigt. Nun ist Schadensbegrenzung angesagt. Da darf Geld keine Rolle spielen. Der Investor muss seiner Verantwortung gerecht werden“.

Der Denkmalschutzexperte der SPD-Bezirksfraktion, Klaus Lübke, ergänzt: „Einen weiteren seelenlosen Neubau darf es in diesem Quartier nicht geben.“

Die Sozialdemokraten kündigten eine „Aufarbeitung des Vorgangs“ an.

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