Beust: Brennpunkt-Tour im Sauseschritt

Auch für Ole von Beust hat der Wahlkampf begonnen. Nach sechs Jahren im Amt besucht er im Eiltempo drei Stadtteile in zwei Stunden. Dazu erklärt der SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann: „Die Bürger werden sich wundern, wer da plötzlich Interesse für sie zeigt. Ist das nicht der Erste Bürgermeister, der nicht im Dienstwagen und mit Baseball-Kappe kommt, sondern diesmal im Omnibus?“

Auf dem Landesparteitag der SPD Hamburg am 24. März hatte der Spitzenkandidat der SPD dem Wahlslogan der CDU, ‚Wachsende Stadt‘, die Tatsache entgegengesetzt, dass Hamburgs Stadtviertel in Wirklichkeit auseinanderdriften und dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in Hamburg immer weiter öffne. Woraus es ankomme, so Naumann damals, sei ein „Hamburg, das zusammenwächst und zusammen wächst.“

Naumann weiter: „Dass Ole von Beust auf seiner Parteitagsrede vom vergangenen Sonnabend die sozialdemokratische Diagnose seiner fehlgeschlagenen Ankündigungspolitik aufnimmt und nun selbst sagt, Hamburg müsse nicht nur wachsen, sondern auch zusammenwachsen, belegt eine gewisse Einsicht, aber auch die Hoffnung Ole von Beusts, dass niemand bemerkt, wo die Wurzeln dieser Einsicht liegen.“

Naumann wies darauf hin, dass Ole von Beust mit der sozial kalten Bemerkung, ‚Soziales können wir uns erst leisten, wenn es uns besser geht‘, in schlechter Erinnerung ist.

Hamburgs SPD geht davon aus, dass es der Stadt spätestens nach der im Februar nächsten Jahres „besser gehen wird“ – allerdings unter einer anderen politischen Führung.

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