Bei der Bergedorfer Zeitung sind die Beratungen über die Gründe der Schließung der Druckvorstufe und Alternativen beendet worden.
Am 11. April hatten die Gewerkschaften ein tarifvertragliches Modell zur Beschäftigungssicherung – auch zum kontrollierten Stellenabbau – vorgelegt. Dieses umfasste einen hohen Solidarbeitrag aller Beschäftigten im Verlag zugunsten der von der Schließung Betroffenen. Vorgetragen wurde es als „Geschäftsmodell Solidarität“. Zudem forderten Gewerkschaften und Betriebsrat eine Verlängerung des befristeten Ausschlusses von betriebsbedingten Kündigungen in der Druckvorstufe, mindestens für die Zeit der anstehenden Verhandlungen.
Bei der Verhandlungsrunde am 15. April erklärte die Funke Mediengruppe, an ihrem Schließungsplan festzuhalten. Das von den Gewerkschaften angebotene Modell einer deutlichen Reduzierung der Lohnkosten zugunsten einer Beschäftigungssicherung habe nicht die Effekte, die der Konzern von der „Harmonisierung“ genannten Zentralisierung erwarte. Zugleich räumte man von Seiten des Konzerns eine Verlängerung des Moratoriums (Aufschub betriebsbedingter Kündigungen) um einen Monat ein. Die von der Arbeitgeberseite präsentierten Zahlen zur Gegenrechnung des „Geschäftsmodells Solidarität“ wurden allerdings Betriebsrat und Gewerkschaften nicht zur Prüfung überlassen.
Damit beginnen nun die Verhandlungen über einen Sozialplan mitsamt einer Transfergesellschaft. Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 25. April vereinbart.