Auftrag an die Vermieter: Mehr Müll trennen!

Mehr Mülltrennung für den Schutz von Rohstoffen und Klima – um dieses Ziel zu erreichen, haben die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und die Stadtreinigung heute zusammen mit den Verbänden der Wohnungswirtschaft und den Hamburger Mietervertretungen ein „Bündnis zur Hamburger Recycling-Offensive“ unterzeichnet. Besonders im Fokus: die Vermieter.

Damit einigen sich die Partner darauf, die Voraussetzungen für eine haushaltsnahe getrennte Sammlung der verschiedenen Abfälle zu schaffen, indem die erforderlichen Behälter aufgestellt und Standplätze dafür hergerichtet werden. Die Mieter werden über die anstehenden Maßnahmen und die Ziele der Recycling-Offensive, bei Bedarf auch in mehreren Sprachen, informiert.

Bis Ende 2013 sollen so 100.000 Haushalte zusätzlich an die Bioabfallsammlung angeschlossen werden. 150.000 Haushalte mehr sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Altpapier an ihrem Wohnhaus in der blauen Tonne zu entsorgen. In beiden Fällen wäre das eine Steigerung der Anzahl angeschlossener Haushalte um fast 50 Prozent gegenüber dem Stand Anfang 2012. Auch die Sammlung in der gelben Hamburger Wertstofftonne mit Verpackungen und Abfällen, die überwiegend aus Kunststoffen oder Metallen bestehen, soll erheblich ausgeweitet werden.

Senatorin Jutta Blankau: „Dieses Bündnis wird die Recycling-Offensive einen großen Schritt voranbringen und damit auch den Klima- und Ressourcenschutz. Die Stadtreinigung wird enorme Anstrengungen unternehmen und eng mit den Wohnungsunternehmen zusammenarbeiten. Es ist richtig und wichtig, dass wir diese große Aufgabe im Dialog angehen und die Hamburgerinnen und Hamburger mitnehmen und überzeugen. Nur so können wir die Ziele, die uns das Kreislaufwirtschaftsgesetz aufgibt, auch erreichen.“

Dr. Joachim Wege, Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW): „Unsere Mitgliedsunternehmen werden mehr Wertstofftonnen in den Wohnsiedlungen aufstellen und so zu einer deutlichen Steigerung der getrennt erfassten Wertstoffmengen beitragen.“

Andreas Ibel, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Landesverband Nord: „Wir unterstützen das Bündnis zur Hamburger Recycling-Offensive nachdrücklich. Die Beteiligten müssen bei der konkreten Umsetzung im Einzelfall Geschick und Fingerspitzengefühl beweisen, da die Umsetzung an manchen Standorten nicht einfach sein wird. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir unsere Ziele gemeinsam erreichen können.“

Dr. Eckard Pahlke, Mieterverein zu Hamburg: „Viele Mieter wollen sich an der Mülltrennung für den Klima- und Ressourcenschutz und den damit verbundenen Kostenvorteilen beteiligen, haben aber bisher dafür nicht die erforderlichen Behälter. Mit der Vereinbarung werden die Vermieter aufgerufen, den Mietern die Getrenntsammlung von Wertstoffen zu ermöglichen.“

Wenn die Ziele der Hamburger Recycling-Offensive erreicht werden, können mit der getrennten Sammlung von Altpapier, Glas, Bioabfällen und anderen Wertstoffen bis zu 100.000 Tonnen CO2 mehr pro Jahr eingespart werden. Allein mit dem aus den Bioabfällen der Hamburger Haushalte erzeugten Biogas können im Biogas- und Kompostwerk Bützberg der Stadtreinigung Hamburg tausende Hamburger Haushalte mit Strom und Wärme versorgt werden.

Hintergrund: Bereits 2009 hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zusammen mit der Stadtreinigung Hamburg die Recycling-Offensive gestartet. Ziel ist es, in Hamburg die im Rahmen der kommunalen Abfallentsorgung getrennt gesammelten Mengen an Altpapier, Glas, Bio- und Grünabfällen sowie weiteren Wertstoffen, die überwiegend aus Kunststoff oder Metall bestehen, erheblich zu steigern und die zu beseitigende Restmüllmenge entsprechend zu senken. Um das zu erreichen, sollen möglichst alle Hamburger Haushalte an die haushaltsnahe getrennte Sammlung von Bioabfällen, Altpapier und sonstigen Wertstoffen angeschlossen werden, soweit die örtlichen Verhältnisse dies zulassen. Seit Mai 2011 können neben Verpackungen auch alle anderen Abfälle, die überwiegend aus Kunststoff oder Metall bestehen, über die gelbe Tonne oder den gelben Sack entsorgt werden. So können die Wertstoffe aufbereitet und wiederverwendet werden und gelangen nicht zusammen mit dem Restmüll aus der grauen Tonne in der Müllverbrennungsanlage. Während die Umsetzung der Recycling-Offensive in Gebieten mit Einzelhausbebauung bereits große Fortschritte gemacht hat, verlief die Umsetzung bei Mehrfamilienhäusern und in Großwohnsiedlungen bisher eher schleppend.

Mehr dazu im Internet unter: www.hamburg.de/abfall

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.