Der Hamburger Landesbezirk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) startet am Donnerstag, den 1. März mit einer Aktion vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof in die diesjährige Tarifrunde des öffentlichen Dienstes. Auf einer Bühne werden Beschäftigte des öffentlichen Dienstes vorgestellt und unter dem Motto „Wir sind es wert!“ für ihren Einsatz am Arbeitsplatz ausgezeichnet. Es werden mehrere hundert Beschäftigte erwartet, die vor Arbeitsbeginn oder in der Frühstückspause an der Kundgebung teilnehmen.
ver.di fordert in der bundesweiten Tarifrunde für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen eine Tariferhöhung von 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu übernehmen, will ver.di wieder in Kraft setzen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Am Montag kam es in Potsdam zu keinem Ergebnis mit den Arbeitgebern in der ersten Verhandlungsrunde.
Ein Argument für die Tarifforderungen sieht ver.di in der Einkommenslücke zwischen der gesamten Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst, indem mittlerweile bis zu 4 Prozent weniger verdient wird. Außerdem sieht ver.di durch steigende Steuereinnahmen ausreichend Spielraum für Einkommensverbesserungen der Beschäftigten. Schon seit 2015 nehmen Bund, Länder und Kommunen insgesamt mehr ein, als sie ausgeben. Für 2017 wurde bundesweit ein Überschuss von 38,4 Milliarden Euro erzielt, Tendenz steigend. Alleine in Hamburg wurden die geplanten Steuereinnahmen im letzten Jahr um 960 Millionen Euro übertroffen.
„Die Steuereinahmen sprudeln und es ist wichtig, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst den Anschluss an die private Wirtschaft nicht weiter verlieren“, sagt Berthold Bose, Landesleiter von ver.di Hamburg. „Gerade in den unteren Einkommensgruppen bedarf es einer angemessenen Tariferhöhung, weshalb die Forderung von monatlich mindestens 200 Euro genau richtig ist. Es kann nicht sein, dass es auch im öffentlichen Dienst immer noch Beschäftigte gibt, die trotz harter Arbeit Schwierigkeiten haben, ein auskömmliches Leben in einer Stadt wie Hamburg zu führen.“
Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß von ver.di Hamburg ergänzt: „Die Beschäftigen im öffentlichen Dienst arbeiten immer öfter mit weniger Personal und steigendem Druck. Gerade vor dem Hintergrund des Generationenwechsels brauchen wir jedoch attraktive Arbeitsplätze in den städtischen Betrieben, die die derzeitigen Beschäftigen halten und die auch junge Menschen ansprechen. Eine gute Bezahlung spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle.“
Von der Tarifrunde sind in Hamburg rund 25 000 Beschäftigte aus den städtischen Betrieben und des Bundes betroffen. Dazu zählen unter anderem die ELBKINDER-Kitas, die Stadtreinigung und die Hafenaufsicht, aber auch die Theater, die Bücherhallen und der Zoll.