Auch Reinert schrammt an der Wahrheit vorbei

Was dem Senat Recht ist, ist dem CDU-Fraktionsvorsitzenden billig: Bernd Reinert „glänzte“ bei der Wilhelmsburger Einwohnerversammlung mit falschen Zahlen zum Schulabbruch. Seine Wahrheit sah eine Verbesserung, die es nach der amtlichen Wahrheit gar nicht gibt. Die Wilhelmsburger kennen so etwas aber schon: Vor vier Jahren hatte Reinert ihnen die Öffnung des Spreehafens versprochen.Bis heute steht der Zaun.

In der Einwohnerversammlung Wilhelmsburg sagte CDU-Fraktionschef Bernd Reinert gestern, die Zahl der Schulabbrecher in Wilhelmsburg sei seit 2001 von 23,6 Prozent auf 18,3 Prozent gesunken. Er verwies dabei auf die Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage, die sich auf das Schuljahr 2004/2005 bezog – und argumentiert mit alten Zahlen, obwohl er neuere – und schlechtere – hätte nennen können und müssen.

Hätte Herr Reinert sich mit neuesten Zahlen des Senats versorgt – etwa mit der Antwort des Senats auf die Große Anfrage der SPD-Bürgerschaftsfraktion zu Bildungsabschlüssen in den Stadtteilen – wäre ihm der neueste Wert aufgefallen: Danach stieg die Zahl der Schulabbrecher in Wilhelmsburg im Jahr 2005/2006 auf den Wert von 20,8%. (590 Abgänger, 123 ohne Abschluss).

Aber auch die von Herrn Reinert genannte Schulabbrecherquote von 18,3 Prozent wäre noch ein schrecklich hoher Wert. Vor diesem Hintergrund verbietet sich, von einem „fröhlichen Lernprozess“ des Herrn Reinert zu sprechen.

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