Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat den Vorschlag von Bürgermeister Ole von Beust, auf das Kohlekraftwerk Moorburg im Gegenzug für eine längere Laufzeit der Kernkraftwerke zu verzichten, deutlich zurückgewiesen. „Der Bürgermeister kennt offenbar nur die Alternative Teufel oder Beelzebub. Bei einer sicheren, wirtschaftlichen und klimaverträglichen Energieversorgung geht es nicht um die Alternative Kohle oder Atomkraft, sondern um die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energie“, sagte Monika Schaal, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion.
Angesichts der jüngsten Störfälle in norddeutschen Atomkraftwerken sei die Forderung nach längeren Laufzeiten verantwortungslos. „Alte Reaktoren wie Krümmel und Brunsbüttel sollten schneller vom Netz als geplant“, so Schaal. „Vor allem die Erzeugung von Strom aus Wind, Wasserkraft und Biomasse ist in Deutschland so gewachsen, dass im Gegenzug zwei Atomkraftwerke abgeschaltet werden könnten.“
Die Erzeugung von Strom aus Erneuerbarer Energie habe im ersten Halbjahr 2007 in Deutschland bei 41,6 Mrd. Kilowattstunden gelegen gegenüber 31 Mrd. Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2006 gelegen. Vier von 17 Atomkraftwerken stünden zurzeit still. „Trotz reduzierter Produktionskapazität der Atomkraftwerke ist der Preis an der Leipziger Strombörse im Vergleich zum Vorjahr gesunken“, sagte Schaal.
Das Kohlekraftwerk Moorburg sei nach den bisherigen Plänen überdimensioniert. „Das veraltete Heizkraftwerk Wedel lässt sich durch ein effizientes Gas-Dampfturbinen-Kraftwerk ersetzen. Dafür bedarf es keiner Atomkraft und auch keines Kohlekraftwerkes“, sagte Schaal. Zudem entstünde bei einem Gaskraftwerk nur halb soviel Kohlendioxid wie bei einem Kohlekraftwerk.
Hier kann man gegen die CO2-Schleuder Kraftwerk Mooburg protestieren:
Volkspetition unterzeichnen und zur Demo am 15.9. kommen. Mehr Infos unter: http://www.kohle-killt-klima.de