Arbeitsplatz Sylt auf dem Prüfstand

Wie geht es wirklich zu auf der Lieblingsinsel der Prominenten? Um 5.30 Uhr hat heute der DGB Nord eine Befragung von Pendlern gestartet, die auf Sylt arbeiten, das Angebot stieß auf reges Interesse. Die reichste Insel des Nordens ist in den Schlagzeilen – nicht zuletzt wegen des rüden Vorgehens der Asklepios-Manager gegen streikende Klinikbeschäftigte in Westerland.

Vom 13. bis 17. August werden an den Bahnhöfen in Klanxbüll und Niebüll die Interviewer
der Gewerkschaften mit einem kurzen Fragebogen die an- und abreisenden Arbeitnehmer
und Auszubildenden nach ihrer Lage, den Sorgen und Wünschen befragen: „Schöne Insel, gute Arbeit?“ Der DGB-Infobus, die Experten des DGB Rechtsschutz und der Einzelgewerkschaften stehen für Gespräche bereit.

Wie geht es zu auf dem Arbeitsmarkt Sylt? Was muss getan werden, um den Standort attraktiv
für Arbeitnehmer zu machen? Oder müssen demnächst „die Schönen und Reichen“ selber
Tellerwaschen und Bettenmachen? Das will der DGB Nord mit einer Fragebogen-Aktion in
Erfahrung bringen. Die Auswertung soll dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die reichste Insel des Nordens ist in den Schlagzeilen, weil es dort kaum noch bezahlbaren
Wohnraum für Durchschnitts- und Geringverdiener gibt und Arbeitnehmer über eine Entlohnung
klagen, die nicht zum Leben reicht. Auch die Arbeitsbedingungen sind in der Kritik.
Zuletzt machte der Asklepios-Konzern mit seinem rüden Vorgehen gegen streikende Klinikbeschäftigte in Westerland auf sich aufmerksam.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Das schöne Leben der einen auf Sylt wird erst
durch die harte Arbeit der anderen auf Sylt möglich: Die Gewerkschaften wollen den Fokus nicht
auf die „Promis“ richten, sondern auf die Sorgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Insel.
Das schäbige Vorgehen der Asklepios-Manager gegen unterbezahlte Beschäftigte in Westerland zeigt,
wie gering die Leistung der Lohnabhängigen dort geschätzt wird. Sylt braucht faire Löhne und eine neue
Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, damit auch die Beschäftigten sich das Wohnen und Leben auf der
Insel wieder leisten können. Die Umfrage der DGB Region Nordwest wird dazu Hinweise liefern.“

DGB-Regionsgeschäftsführerin Schleswig-Holstein Nordwest Dr. Susanne Uhl: „Sylt ist schön.
Aber die Insel hat auch eine Schattenseite, die zu wenig wahrgenommen wird. Die DGB-Aktion ist der Auftakt
unserer Bemühungen, darauf hinzuweisen, dass die vielen unsichtbaren Dienstleistungen auf der Insel
von vielen fleißigen Lohnabhängigen geleistet werden, die ein Recht auf faire Arbeitsbedingungen haben.
Gute Arbeit heißt: Mitreden und mitgestalten, fairer Lohn, soziale Sicherheit, wirksamer Arbeits- und
Gesundheitsschutz – und vor allem Wertschätzung und Respekt – auch auf Sylt.“

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