2,76 Millionen Menschen waren in Deutschland im Mai auf Jobsuche – so wenige wie seit 24 Jahren nicht. Die Arbeitslosigkeit sank trotz des kühlen Frühjahrs auf den niedrigsten Mai-Wert seit 1991. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte kräftig zu. „Die Zahlen bestätigen unsere Politik“, sagt Arbeitsministerin Andrea Nahles.
„Trotz des kühlen Frühjahrs ist die Beschäftigung voll auf Betriebstemperatur, die Erwerbstätigkeit steigt weiter“, kommentierte Nahles am Dienstag die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.
Arbeitsagentur: Aufwärtsbewegung setzt sich fort
Konkret heißt das: Die Zahl der Jobsuchenden ging im Vergleich zum Vormonat um 81.000 auf 2,762 Millionen zurück. Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stieg um 78.000 auf 30,47 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 537.000. „Weder das verhaltene Wirtschaftswachstum noch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns haben die Beschäftigungsentwicklung getrübt“, stellte BA-Chef Frank-Jürgen Weise fest.
BA-Chef und Wirtschaftsweise: Mindestlohn ist Erfolgsgeschichte
Der dienstälteste Wirtschaftsweise Peter Bofinger spricht fünf Monate nach Einführung des Mindestlohnes von einer Erfolgsgeschichte. „Man sieht allenfalls minimale Brandspuren im Bereich der Minijobs, wo wir eine gewisse Abnahme haben.“ Reguläre Beschäftigungsverhältnisse würden zunehmen, und zwar auch in kritischen Berufsgruppen. Kritik an einer zu großen Bürokratie wies der Ökonom als „an den Haaren herbeigezogen“ zurück. Die Dokumentationspflicht von Arbeitszeiten verhindere illegale Beschäftigung.
Chancen der Digitalisierung nutzen
Arbeitsministerin Nahles betonte zudem, dass die aktuellen Arbeitsmarktzahlen auch zeigten, „wo die großen Herausforderungen für die Zukunft liegen“. Beschäftigung wandelt sich, Berufe fallen weg und neue entstehen. „Eine Herausforderung wird zweifelsfrei die Digitalisierung sein, denn sie verändert Arbeit und Arbeitsmarkt“, ist sich Nahles sicher.
Deshalb hat sie den Dialog „Arbeiten 4.0“ gestartet, der sich mit dem Wandel der Arbeitswelt beschäftigt: „Ich will, dass nicht allein technische Fragen, sondern dass dabei die Menschen im Mittelpunkt stehen. Die Frage ist: Wie können wir Flexibilität ermöglichen und dabei zugleich die Interessen und Rechte der Arbeitnehmer sichern?“ Dies sei, so die Ministerin ein „Kernziel von ‚Arbeiten 4.0’ und ich bin mir sicher: Das geht!“