Angesichts der erhöhten Arbeitsbelastungen für Klinikärztinnen und -ärzte hat die SPD-Fachsprecherin für Gesundheitspolitik, Tanja Bestmann, vor dramatischen Folgen für Klinikpersonal und Patienten gewarnt.
Wer Gesundheitswesen und Krankenhäuser ausschließlich nach Aspekten der Gewinnmaximierung betrachte, werde seiner Verantwortung sowohl für Beschäftigte als auch für Patienten nicht gerecht.
„Die Belastung in den Kliniken hat dramatisch zugenommen – eine bedrückende Entwicklung“, sagte Bestmann. Sie bezog sich auf eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM). Der erhöhte Arbeitsdruck auf Medizinerinnen und Mediziner gefährde nicht nur die Qualität der medizinischen Behandlung. „Dieser Druck gefährdet auch Gesundheit und Leben der Patienten“, sagte Bestmann. Sie appellierte an die Verantwortlichen in den Hamburger Kliniken, sich „kritisch und selbstkritisch“ mit den Ergebnissen der Befragung auseinanderzusetzen. Die Qualität der medizinischen Arbeit und der Ruf des Gesundheits-Standorts Hamburg sei entscheidend von der psychischen und physischen Verfassung der Menschen abhängig, die in diesem Sektor arbeiten.
Bedrückend sei insbesondere die offensichtlich hohe Belastung in den ehemaligen Kliniken des Landesbetriebs Krankenhäuser, die jetzt zum Asklepios-Konzern gehören. Dort arbeiten die Mediziner – so die ZfAM-Studie – am dichtesten an der Erschöpfungsgrenze. „Dass dem Asklepios-Konzern in einer ersten Reaktion nichts anderes einfällt, als die Aussagekraft der Studie zu bezweifeln, ist befremdlich“, sagte Bestmann.