Arbeitsministerin Andrea Nahles hat einen Dialogprozess über die Zukunft der Arbeit in der digitalen Welt gestartet. Dafür erhält sie Unterstützung von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die Digitalisierung müsse politisch gestaltet werden, betonte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch in Berlin.
Keiner weiß, wie die zukünftige Arbeitswelt genau aussehen wird. Fest steht, dass die Digitalisierung auch die Wirtschaft und die Arbeit tiefgreifend verändern wird. Unsere Gesellschaft steckt in einem radikalen Strukturwandel, der zwar sicher nicht das Ende der Arbeit bedeutet, aber eine Menge Veränderungen. Fest steht heute schon, dass Arbeiten zukünftig vernetzter, digitaler und flexibler sein wird.
Beschäftigung wandelt sich
Arbeitsministerin Andrea Nahles hat deshalb jüngst den Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ gestartet. Auf der Verdi-Digitalisierungskonferenz erklärte sie am Mittwoch, worum es zentral geht: Nahles will die Beschäftigten und Unternehmer auf die Veränderungen vorbereiten, die sie mit der fortschreitenden Digitalisierung im Job erwartet. Es geht um Qualifizierung, Fachkräftesicherung, mehr Partizipation der Beschäftigten. Aber auch darum, wo neue Arbeit, neue Hotspots entstehen – und nicht zuletzt auch um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Unterstützung bekam sie vom Verdi-Chef. Seine Gewerkschaft setze sich für eine aktive Einflussnahme der Politik auf die digitale Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft ein, betonte Bsirske.
Gemeinsame Erklärung von Verdi und Arbeitsministerium
Die Dienstleistungsgewerkschaft und das Bundesarbeitsministerium haben die gemeinsame Erklärung „Nächste Schritte für Gute Arbeit in der digitalen Gesellschaft“ veröffentlicht.
„‚Gute Arbeit in der digitalen Gesellschaft‘, das Motto der verdi-Konferenz, ist auch unser Ziel im Arbeitsministerium“, betonte Nahles dazu auf ihrer Facebook-Seite. „Mit einem gemeinsamen Papier haben wir das heute bekräftigt.“
Darin wird unter anderem
ein zeitgemäßer Beschäftigtendatenschutz gefordert, da angesichts neuer Analysetechniken und der Auslagerung der Datenverarbeitung durch Cloud-Services neue Gefährdungen der Persönlichkeitsrechte entstünden.
Eine zentrale Aufgabe sei es, durch Weiterbildung sicherzustellen, dass die Qualifikation der Beschäftigten Schritt hält mit dem technologischen Wandel.
Auch müssten die Chancen der Digitalisierung, die Arbeit räumlich und zeitlich flexibler zu gestalten, den Erwerbstätigen und ihren Familien zugutekommen.
Zu einer solchen, an den Interessen der Erwerbstätigen orientierten Flexibilität gehöre auch, dass das Recht, nach einer Teilzeitbeschäftigung wieder auf die frühere Arbeitszeit zurückzukehren, gesetzlich verankert werde. Die Arbeitsministerin arbeitet zurzeit an einem entsprechenden Gesetz.
Schließlich werde die Digitalisierung der Arbeitswelt von einer Zunahme selbständiger Tätigkeiten begleitet. Hier müssten Regelungen zur sozialen Absicherung getroffen werden.
„Hieran werden wir gemeinsam arbeiten“, heißt es in der Erklärung von Verdi und Bundesarbeitsministerium [PDF, 154 kb].
Fortschrittsdialog „Arbeiten 4.0“
Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Welche Rahmenbedingungen wollen wir gestalten? Teilen Sie Ihre Gedanken zu Arbeiten 4.0 mit.