Ver.di macht weiter Druck auf Amazon. An den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld wird ab Donnerstag, 19. September 2013, wieder gestreikt, und diesmal sind gleich drei Tage angekündigt.
Seit Beginn des Jahres übt ver.di mit unterschiedlichen Aktionen und Streiks verstärkt Druck auf Amazon aus, um einen Tarifvertrag durchzusetzen. Bisher gibt es beim Online-Versandhändler keine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt.
„Es kann nicht hingenommen werden, dass Amazon keine Tarifverträge anwendet und sich zu Lasten der Beschäftigten Konkurrenzvorteile verschafft“, sagte Bernhard Schiederig, Streik- und Verhandlungsleiter für ver.di in Bad Hersfeld, einen Tag vor Streikbeginn.
Auch Jörg Lauenroth-Mago, der für das Leipziger Versandzentrum zuständig ist, sprach sich dafür aus, den Tarifkonflikt zu intensivieren: „Amazon muss mit weiteren Streiks rechnen und das wird besonders im Weihnachtsgeschäft weh tun. Wir werden nicht zulassen, dass die Nr. 1 unter den Versandhändlern sich an üblichen Tarifstandards vorbeimogelt.“
Bad Hersfeld und Leipzig sind die ältesten Versandzentren von Amazon in Deutschland. Inzwischen gibt es sechs weitere Standorte: Werne, Rheinberg, Koblenz, Graben Pforzheim, Brieselang.
Ver.di will sich standortübergreifend bei Amazon besser vernetzen. Ein Schritt in diese Richtung ist eine gemeinsame Demonstration der Streikenden von Bad Hersfeld und Leipzig am Freitag, 20. September 2013. Diese beginnt um 10:30 Uhr in der Amazonenstraße in Leipzig und endet um 12:30 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Augustusplatz in der Innenstadt.