Amazon: Beschäftigte und Kunden wehren sich

Der DGB Nord fordert die Bundesregierung und die Länder auf, Konsequenzen aus dem Fall Amazon zu ziehen. Nötig seien schärfere Regeln zur Begrenzung von Leiharbeit, ein verstärkter Arbeitsschutz sowie der gesetzliche Mindestlohn. Zahlreiche Kunden kündigen unterdessen ihr Amazon-Konto.

„Nach außen hui, nach innen pfui: Der schöne Schein am Computerbildschirm trügt. Das Beispiel Amazon zeigt, wie nötig eine neue Ordnung der Arbeit auch im Internethandel ist, denn dort ist eine Schattenwelt des Lohndumpings entstanden. Die E-Commerce-Branche muss auf den Radarschirm der Gewerbeaufsicht kommen. Wer zwei Drittel der Beschäftigten nur mit Zeitverträgen beschäftigt, erzeugt durch Heuern und Feuern ein Klima der Angst“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Der Grundsatz muss gelten: Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen darf es nicht geben. Auch im Internethandel müssen Betriebsräte selbstverständlich sein. Feste Arbeitsverhältnisse durch Leiharbeitsverträge zu ersetzen, ist kein Geschäftsmodell, das die Gesellschaft akzeptieren darf.

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Beschäftigten und Kunden gemeinsam gegen Ausbeutung wehren. Höchste Zeit, dass in allen Amazon-Niederlassungen endlich Betriebsräte gewählt werden, die für menschenwürdige Arbeitsverhältnisse sorgen. Wir unterstützen den Kampf der Gewerkschaft ver.di für einen fairen Flächentarifvertrag. Und die Finanzpolitiker müssen endlich international Maßnahmen gegen die Steuertrickserei des Unternehmens ergreifen, denn dem Fiskus gehen Hunderte von Millionen Euro verloren, die Amazon ohne die geschickte Steuergestaltung hätte zahlen müssen.“

Bei Wirtschaftsansiedelungen, auch in der IT- und E-Commerce-Branche, müsse auf die Einhaltung sozialer Standards geachtet werden, so der DGB Nord.

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