Nach den öffentlichen Diskussionen über den designierten Altonaer Bezirksamtsleiter Jo Müller bietet die SPD der Altonaer GAL Gespräche an. Das Ziel: Einen „in der GAL nicht umstrittenen“ Kandidaten zu finden, der auch „öffentlich mehrheitsfähig“ ist.
Nach Presseberichten hat der GAL-Landesvorstand gefordert, dass Joachim Müller nicht als Bezirksamtsleiter gewählt wird und dieser seine Kandidatur zurückzieht. Dazu erklärte der Altonaer SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Adrian:
„Wir bieten der Altonaer GAL-Fraktion noch einmal Gespräche über einen anderen und qualifizierten Kandidaten an, der innerparteilich bei der GAL nicht umstritten und der auch öffentlich mehrheitsheitsfähig ist. Joachim Müller hat schon vor seiner Wahl dermaßen polarisiert, dass er sich damit für dieses wichtige Amt disqualifiziert hat. Über den Zeitpunkt der Wahl wird aber auch zu reden sein. Eine Abwahl von Bezirksamtsleiter Fock und Wahl von Joachim Müller in einer Sondersitzung der Bezirksversammlung am 7. Juni – wie von CDU und GAL geplant – kommt nicht in Betracht. Diese Sitzung muss sofort abgesagt werden.“
Man weiß nicht – ist das drollig oder absurd. Als im vergangenen Herbst die Wahl eines CDU-Bezirksamtsleiters an GAL-internen Querelen scheiterte, bot SPD-Fraktionschef Thomas Adrian der CDU an, einen CDU-Mann zum BA-Chef zu wählen, wenn man dafür die CDU-GAL-Koalition verlasse.
Jetzt, wo CDU und GAL sich im Einvernehmen mit der GAL-Kreisvorsitzenden auf einen – bei einigen GALiern umstrittenen – schwarz-grünen GAL-Kandidaten verständigt haben, bietet Adrian der GAL an, besser einen rot-grünen GAL-Bewerber zu wählen.
Einverstanden: Politik lebt von Willen zur Macht. Wer sich aber stets und jederzeit zur Hochzeit (oder sollte man besser „zur politischen Kopulation“ sagen) anbietet, läuft in der deutschen Sprache unter der Bezeichnung Hure. Wie also wäre folgerichtig die SPD in Altona zu beurteilen?
Noch absurder allerdings ist das Verhalten der Landes-GAL. Mag ja sein, dass Müller nicht der Wunschkandidat der politischen Führung ist. Aber: Er ist ein Grüner – wer das bezweifelt, hätte auch Joschka Fischers Parteizugehörigkeit in Abrede stellen müssen. Wenn nun erstmals ein Grüner Regionalbürgermeister in Hamburg werden soll – was es in rot-grünen Koaltionen nie gegeben hat – sollten sich die Grünen doch freuen. Auch wenn Sie nicht mit jeder seiner Auffassungen übereinstimmen. Stattdessen aber demontieren sie ihren Kandidaten – und damit sich selbst. Glückwunsch!