Wundersame Vermehrung: Gestern waren es nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen, die sich bis zum Mittag auf dem Alstereis vergnügten. Heute um 11.11 Uhr (!) meldet die Hamburg Marketing GmbH: „Eine Million Besucher feiern auf zugefrorener Alster“.
Es ist wie so oft bei den Großveranstaltungen an der Alster: Man vergnügt sich auf Ansage. Während dpa gestern nüchtern davon sprach, dass „trotz wolkenverhangenem Himmel“ es „tausende Menschen“ auf das Eis zog und nach Angaben der Polizei sich am Sonnabend bis zum Mittag „rund 30 000 Einheimische und Touristen“ auf der zugefrorenen Außenalster tummelten, ziehen die Werbe-Profis der Hamburg Marketing GmbH ihr Fazit bereits um 11.11 Uhr am Sonntag:
„Deutschlands größte Winterparty in Hamburg: Eine Million Besucher feiern auf zugefrorener Alster
Hamburg – Der klirrend kalte Winter verzauberte am Wochenende die Hansestadt: Die Außenalster ist so stark zugefroren, dass zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder das Hamburger Alstereisvergnügen stattfand. Insgesamt vergnügten sich rund eine Million Besucher auf der 164 Hektargroßen Eisfläche mitten in der City.“
Da will auch Hamburgs großer Klinikkonzern nicht abseits stehen. Er beleuchtet uneigennützig die Gesundheitsgefahren der größten Winterparty Deutschlands:
„Alstervergnügen erinnert Unfallchirurgen an vorigen Winter / Asklepios Klinik St. Georg: Bis zu zehn Chirurgen gleichzeitig im Einsatz
Hamburg – Das Alstervergnügen hat ein Nachspiel in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Hamburger Asklepios Klinik St. Georg (www.asklepios.com/sanktgeorg). Bis zum Sonntagmorgen (Stand 9 Uhr) wurden 43 verletzte Personen vom Alstervergnügen in die Klinik gebracht. Prellungen, Kopfplatzwunden oder Knochenbrüchen waren die typischen Diagnosen. In den frühen Morgenstunden des Sonntags brach sich gegen 3:30 Uhr ein Alsterüberquerer ein Sprunggelenk und traf um 4 Uhr in der Klinik ein.
„Insgesamt erinnert das Patientenaufkommen an die anhaltende Schneeglätte vor einem Jahr“, bilanzierte heute Morgen Dr. Nikolaus Kreitz, Oberarzt im Chirurgisch-Traumatologischen Zentrum der Asklepios Klinik. Zu Spitzenzeiten waren zehn Chirurgen in der Notaufnahme und im OP im Einsatz. 15 Patienten mussten stationär verbleiben. Sieben Patienten mit Brüchen am Oberschenkel und Oberarm wurden operativ versorgt. Die Klinik hatte vorsorglich bereits seit Freitag eine zusätzliche Krankenstation für Unfallverletzte geöffnet.
Stich in Hals mit Gefäßverletzung
Unabhängig vom Alstereisvergnügen musste ein Patient mit einer lebensgefährlichen Stichverletzung am Hals mit Gefäßverletzung notoperiert werden.
Prognose für Sonntag und Hinweis
Für den Sonntag rechnet die Asklepios Klinik St. Georg zudem mit weitaus mehr Patienten.“